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	<title>Stuttgarter Schriftstellerhaus &#187; Allgemein</title>
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		<title>Schreibwerkstatt zum Thema Erotik</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 11:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Erotische Szenen sind spannender als Sex
<p>Was sie über Ihre Figuren verraten und wie sie die Handlung voranbringen</p>
<p>Leitung: Ines Witka</p>
<p>Ort: Stuttgarter Schriftstellerhaus, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart</p>
<p>Termin: 30. und 31. März 2012 (Freitag: 17 bis 21 Uhr; Samstag: 10.00 bis 16.30 Uhr)</p>
<p>Eine gute erotische Szene handelt nicht (nur) von Sex. Sie verrät etwas über den Charakter, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Erotische Szenen sind spannender als Sex</h1>
<p>Was sie über Ihre Figuren verraten und wie sie die Handlung voranbringen</p>
<p>Leitung: <strong>Ines Witka</strong></p>
<p>Ort: Stuttgarter Schriftstellerhaus, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart</p>
<p>Termin: <strong>30. und 31. März 2012 (Freitag: 17 bis 21 Uhr; Samstag: 10.00 bis 16.30 Uhr)</strong></p>
<p>Eine gute erotische Szene handelt nicht (nur) von Sex. Sie verrät etwas über den Charakter, die Vergangenheit oder die Bedürfnisse der Figuren. Sie transportiert die große Nähe der Figuren zueinander oder auch die Konflikte, die sie miteinander haben. Erotik und gute Literatur widersprechen sich nicht, beides erfordert Leidenschaft und Fantasie. Erotik ist ein Versprechen, das die Sexualität umspielt. Die seelischen Empfindungen, Überraschungen, Metaphern, Irritationen spielen dabei die Hauptrolle.</p>
<p>Die Schreibwerkstatt motiviert zum Mitschreiben nach den Methoden des Kreativen Schreibens, die Witka im Masterstudiengang für Biografisches und Kreatives Schreiben kennengelernt hat. Der Kurs macht Mut, sich nicht länger zu zensieren und vermittelt Spaß, erotische Empfindungen auszudrücken.</p>
<p>Beitrag: <strong>60,- Euro pro Teilnehmer</strong></p>
<p>Teilnehmerzahl: max. 8</p>
<p>Zur Bewerbung um die Teilnahme am Kurs wird ein Text (maximal 2 Seiten) erbeten, der ein Gefühl beschreibt, egal welches, nur sollte es nicht genannt sein. Wenn Sie beispielsweise „Freude“ wählen, darf das Wort im Text nicht vorkommen.</p>
<p>Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum <strong>15. Februar 2012</strong> (Poststempel) mit dem Stichwort „Schreibwerkstatt Erotik“ an das Schriftstellerhaus Stuttgart, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart.</p>
<p>Sie sollte enthalten:</p>
<p>- einen Text (Themenvorgabe: ein Gefühl)<br />
- eine max. fünfzeilige Kurzbiografie<br />
- eine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen</p>
<p>Bewerbungen per E-Mail werden nicht in Betracht gezogen. Die auf Grund der Bewerbungen ausgewählten Teilnehmer erhalten bis zum 01. März 2012 Bescheid.</p>
<p>Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V., Astrid Braun, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart</p>
<p>Tel. 0711 23 35 54, Fax 0711 23 67 91 3, Mail: astrid.braun@stuttgarter-schriftstellerhaus.de</p>
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		<title>Groteskes mit Rudolf Guckelsberger</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 17:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Kitsch, Groteske, Nonsens (3)</p>
„Kreubst du das Lerd, wo die Zertissen breun,
Im dischen Lurb die Gonten-Schaffeln geun &#8230;“
<p> Im 15. Jahrhundert entdeckte man in italienischen Höhlen und „Grotten“ ornamentale Malereien, die den Beinamen grottesco erhielten. Bald entwickelte sich eine Mode der Malerei und der Literatur, die sich nicht am Prinzip der Naturnachahmung orientierte, sondern im Gegenteil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kitsch, Groteske, Nonsens (3)</p>
<h3>„Kreubst du das Lerd, wo die Zertissen breun,<br />
<strong>Im dischen Lurb die Gonten-Schaffeln geun &#8230;“</strong></h3>
<p><strong> </strong>Im 15. Jahrhundert entdeckte man in italienischen Höhlen und „Grotten“ ornamentale Malereien, die den Beinamen grottesco erhielten. Bald entwickelte sich eine Mode der Malerei und der Literatur, die sich nicht am Prinzip der Naturnachahmung orientierte, sondern im Gegenteil die Ordnungen der Natur aufzuheben versuchte. Hinter der sinnlich erfahrbaren Realität hatte sich den Künstlern eine andere, eine dämonische  Welt gezeigt, die sie in verschiedenen Formen und Motiven zu bannen versuchten. Vom Barockzeitalter bis zur  Gegenwart haben ganz unterschiedliche Lyriker immer wieder phantastische, satirische, spielerische und kritische<strong> </strong>Gedichte in dieser „grotesken Tradition“ geschrieben: von Hoffmannswaldau und Brentano, Heine und Baudelaire, Ringelnatz und Kokoschka, Pastior und Grass bis hin zu Rühmkorf und Enzensberger. <strong> </strong>Der bekannte Stuttgarter Sprecher <strong>Rudolf Guckelsberger </strong>macht diesen Abend zu einem Hörgenuss.  <strong> </strong></p>
<h4>Montag, 14. November 2011, um 19.30 Uhr im Schriftstellerhaus</h4>
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		<title>8. Stuttgarter Lyriknacht</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 11:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 9. September 2011 zum 8. Mal: die Stuttgarter Lyriknacht
19 Uhr, das Schriftstellerhaus präsentiert:
DICKICHT UND DICHTUNG FÜR FREUNDE DER POPMUSIK
<p>Die Lyrikerin Ulrike Almut Sandig, Leipzig, liest aus ihrem neuen Gedichtband &#8220;Dickicht&#8221;. Marlen Pelny, Musikerin aus Berlin, präsentiert &#8220;Dichtung für Freunde der Popmusik&#8221;. Moderation: Susanne Stephan</p>
20.30 Uhr, das Literaturhaus präsentiert:
MUSEUM DER UNGEDULD- BIN GANZ WIE AUFGESPERRT
<p>Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Am 9. September 2011 zum 8. Mal: die Stuttgarter Lyriknacht</h1>
<h3>19 Uhr, das Schriftstellerhaus präsentiert:</h3>
<h2>DICKICHT UND DICHTUNG FÜR FREUNDE DER POPMUSIK</h2>
<p>Die Lyrikerin Ulrike Almut Sandig, Leipzig, liest aus ihrem neuen Gedichtband &#8220;Dickicht&#8221;. Marlen Pelny, Musikerin aus Berlin, präsentiert &#8220;Dichtung für Freunde der Popmusik&#8221;. Moderation: Susanne Stephan</p>
<h3>20.30 Uhr, das Literaturhaus präsentiert:</h3>
<h2>MUSEUM DER UNGEDULD- BIN GANZ WIE AUFGESPERRT</h2>
<p>Im Heidelberger Verlag Das Wunderhorn erschienen jungst die Lyrikbände &#8220;Museum der Ungeduld&#8221; von Hans Thill und &#8220;bin ganz wie aufgesperrt&#8221;  von Ernest Wichner. Beide Autoren sind zu Gast und führen ein Gespräch in Gedichten.</p>
<h3>22 Uhr, die Stadtbibliothek präsentiert:</h3>
<h2>SPOKENWORD-ART</h2>
<p>Die Stuttgarter Spokenword-Artisten Tobias  Borke (Rap) und Matthias Grabow (Lyrik) präsentieren Wortgewaltiges. Den Rhythmus besorgt Beatboxer Pheel.</p>
<h2>Programm in den Pausen: POESIEFILME AUS ISLAND.</h2>
<h4>Eintritt: Euro 9,-/7,-/4,50<br />
Kartenvorverkauf in der Buchhandlung im Literaturhaus, an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online über www.literaturhaus-stuttgart.de</h4>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Förderpreis an Sabina Lorenz</title>
		<link>http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/aktuelles/forderpreis-an-sabina-lorenz/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 13:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Laudatio für Sabina Lorenz
von Günter  Guben
anlässlich der Verleihung des Förderpreises am 12. April 2011 in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais
<p>Liebe Sabina Lorenz, liebe Freunde und Förderer des Stuttgarter Schriftstellerhauses, sehr geehrte Gäste heute bei der Verleihung des Förderpreises an die Preisträgerin.</p>
<p>Dank zu sagen, geziemt sich zuförderst. Einmal an die Leiterin der Stadtbücherei, Frau Ingrid Bußmann, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Laudatio für Sabina Lorenz<br />
von Günter  Guben</h2>
<h3>anlässlich der Verleihung des Förderpreises am 12. April 2011 in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais</h3>
<p>Liebe Sabina Lorenz, liebe Freunde und Förderer des Stuttgarter Schriftstellerhauses, sehr geehrte Gäste heute bei der Verleihung des Förderpreises an die Preisträgerin.</p>
<p>Dank zu sagen, geziemt sich zuförderst. Einmal an die Leiterin der Stadtbücherei, Frau Ingrid Bußmann, und alle Mitarbeiterinnen des Hauses, die uns das Zugastsein ermöglichen und zu einem freudigen Anlaß werden lassen, zum andern an den VS – den Verband Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg, der das Preisgeld gestiftet hat.<br />
Eine Laudatio, meine Damen und Herren, darf auch einen Titel tragen.</p>
<p>Meiner lautet:</p>
<p>VOM EINHANDWINKEN OHNE ZAUNPFAHL<br />
oder<br />
WIE MAN EBEN DIES VERMEIDET</p>
<p>Es ist der Versuch in Wechselreflexionen von Prosa und Lyrik zum Verständnis der Arbeiten der Preisträgerin zu führen.</p>
<p>Kann man sich in Gedichten verlieren?<br />
Die, die wollen sollen, sind keine Verlierer!</p>
<p>Dies, spontan, notiert beim ersten Lesen der ersten zwei Gedicht-Bände von Sabina Lorenz.</p>
<p>GEGEBEN SEI:</p>
<p>Es gibt so viele Welten, wie es phantasievolle Menschen gibt. Leider halt auch dumme.Wie kann man sie fassen? Unter anderem mit Gedichten.Wo bleibt die reale Welt, wenn sie in die individuellen Welten eingeht?</p>
<p>Was ist in solchen Fällen real? Es gilt, darf man behaupten, stets das, was in einem Gedicht enthalten ist!</p>
<p>Auch in scheinbar beiläufigstem Registrieren von Details vermag Sabina Lorenz große, allgemein­gültige Aussagen über eine Welt zu machen, deren Pole Realität und Imagination in überraschend ungewohnte Beziehung zueinander gesetzt werden.</p>
<p>Von Buch zu Buch, zwei sind bislang erschienen, am dritten arbeitet die Autorin, ist eine Verän­derung des Schreibstils zu erkennen, die sie allein deshalb schon sympathisch macht, erhält man doch Gewissheit darüber, dass sie sich nicht auf eine Masche, eine Machart festlegen lassen will. In ihrem ersten Gedichtband mit dem Titel „Die Fremde ist ein Ort“ steht unter anderem das Lang­gedicht „Überwintern“. Es ist ein narratives Gedicht, das mehrere Kurzgeschichten enthält. Um eine solche Beobachtungsgabe und deren Sprachtransformation muss man die Autorin beneiden. Es gibt nicht viele im deutsch­sprachigen Lyrikraum, denen Ähnliches gelingt und, was auch verblüfft, ein Gedicht mit einer sicherlich nicht derart beiläufig daherkommenden Leichtigkeit auszubreiten vermögen. Zwischen zwei kleinen Orten in Schwaben namens Gingen und Kuchen steht nahe an der Gleisanlage ein Schild mit der Aufschrift „Jungviehweide“ und, getrennt durch das Ausflussrohr einer Hangentwässerung ein zweites mit dem Hinweis „Sängerheim“.<br />
Da ergaben sich für mich Assoziationen, die mir ein Gedicht von Sabina Lorenz entstehen lassen könnten. Imitator aber möchte ich nicht sein. Also erkläre ich die Bestandsaufnahme zum Kurzgedicht, das eine Welt für sich ist.</p>
<p>Gingen Kuchen suchen,<br />
Jungviehweide, Wasserfluß vorm Sängerheim.</p>
<p>DEN AUFTAKT des ersten Gedichtbandes bildet die Vorstellung eines Kindes, ein Prosa-Gedicht vielleicht über eins, und holt aus, wie andere auch, nimmt Witterung auf in wortmächtiger Gier:</p>
<p>Wenn etwa ein Kind denkt,<br />
und sich die Welt vorstellt,<br />
die Erde, wie sie sein könnte,<br />
woanders, und überlegt,<br />
ob es dort, vielleicht auf denTonga-Inseln, Glastüren gibt,<br />
wie die, die es kennt,<br />
aber möglichst nicht anfassen<br />
soll, weil dann, vielleicht,<br />
seine Fingerabdrücke<br />
die Scheiben beflecken;</p>
<p>Solch ein Gedicht etwa, gilt es zu lesen, wenn man nicht leiden will.</p>
<p>Was passiert eigentlich in unseren Köpfen, wenn Wirklichkeit nicht Wirklichkeit und Traum nicht Traum ist oder sein kann?<br />
Wer sagt uns denn, was Realität ist und wie?<br />
Wem soll man glauben? Macht es überhaupt Sinn, etwas zu glauben?</p>
<p>Annahmen allemal. Sich einlassen auf Zwischenwelten.</p>
<p>IMMER WIEDER einmal überrascht Sabina Lorenz mit schönen Wortschöpfungen: &#8216;Zeitflecken&#8217;, &#8216;Morgentier&#8217;, &#8216;Lüftlweiß&#8217;, &#8216;hügelnder Ort&#8217;, &#8216;Boskopbäckchen&#8217;. Man erinnert sich an das Expressionistische: „Sie absatzstöckelte die Treppe hinab.“</p>
<p>Wir alle kennen den Stroboskopeffekt. Lichtblitze in rascher Folge verlangsamen, je nach Frequenz, Bewegungen oder lassen sie einfrieren, stillstehen. So ähnlich, darf man sich vorstellen, schreibt die Autorin, indem sie bei Beobachtungen, ganz gleich wovon oder von wem, freiwerdende Details quasi in kurze Wortfolgen zerlegt und sie wieder auf diese Weise minutiös festhält.</p>
<p>Erst, wenn es dem Rezipienten ihrer Gedichte gelingt derartige Wortfelder qua Vorstellungskraft zu einem Ganzen zusammenzufügen, beginnt ein Informationsfluss über das, was die Basis des Mitge­teilten darstellt, zu berichten.</p>
<p>In dem Gedichtband „Dein Schweigen – meine Stimme“ von Marie-Luise Kaschnitz mit Gedichten aus den Jahren 1958 – 1961 steht eines mit dem schlichten Titel: „Ein Gedicht“. Die ersten Zeilen lauten:</p>
<p>Ein Gedicht, aus Worten gemacht.<br />
Wo kommen die Worte her?<br />
Aus den Fugen wie Asseln,<br />
Aus dem Maistrauch wie Blüten,<br />
Aus dem Feuer wie Pfiffe,<br />
Was mir zufällt, nehm ich,<br />
….. et cetera.</p>
<p>Darin auch steckt aber Methode; man muss ja ins Auge fassen, wovon man sich das Zufallen erhofft oder erwünscht. Ergo unterscheiden sich Kaschnitz und Lorenz nicht groß voneinander.</p>
<p>Das sensible Wahrnehmen, visuell wie akustisch, eine gute Spürnase, auch im wörtlichen Sinne, nicht zu vergessen, machen die optimale Voraussetzung für ein haltbares Gedicht aus.</p>
<p>Ebenso, wie die Gegenwart interessieren muß, sollte es die Vergangenheit sein, ohne deren geschichtliche Reminiszenzen eine gültige Aussage kaum vorstellbar ist. Man kann nur auf dem aufbauen, was hinter uns liegt, uns sei es die eigene vita..</p>
<p>VITA:</p>
<p>Sabina Lorenz, geboren 1967 in München, studierte von 1989 –1995 Sozialpädagogik in München und London, arbeitete danach bei Flüchtlingsprojekten mit, zeitweise als Streetworkerin und im sozialen Dienst.<br />
Von 2003 – 2009 war sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „außer.dem“. Sie lebt in München.</p>
<p>Im Jahre 2007 erschien ihr erster Lyrik-Band mit dem Titel „Die Fremde ist ein Ort“, 2010 der zweite mit dem Titel „Echos für eine Nacht“.</p>
<p>Sie erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, u.a. im Jahr 2002 den Uslarer Literaturpreis, im Jahr 2004 das Stipendium des Berliner Literaturhauses, war im Jahr 2007 Turmschreiberein in Diessen, und 2008 für den Dresdner Lyrikpreis nominiert.</p>
<p>Als Kind hat sie Gott im Gras gesucht, da ihre Großmutter meinte Gott sei überall. &#8211; Es gibt ja Leute, auch heute, die sagen: Jesus ist überall: auf der Rolltreppe, im Kino und selbst unter der Dusche.  Sabina Lorenz fand Ameisen und eine Kellerassel. Die spießte sie mit einem Stöckchen auf. Ameisen schleppten sie fort und fraßen sie vermutlich auf.</p>
<p>Fraß Gott sich also selber auf?  &#8211; Diese Frage blieb unbeantwortet.</p>
<p>Die Autorin führt ständig einen Notizblock mit sich und macht Notate, gelegentlich auch über Gespräche. Sie sagt, dass sie über die Musik zum Schreiben gekommen ist. Rhythmen bestimmen nicht selten ihre Lyrik. Sie schätzt Lyriker „querbeet“, insbesondere aber südamerikanische, des phantastischen Realismus’ wegen.  Muss man Gedichte „verstehen“? Sicher nicht Wort für Wort oder rundum.</p>
<p>Gedichte vermögen, wenn sie den, so möchte ich es ausdrücken, „Zauber des Authentischen“ präsentieren, in Teilen durchaus unfassbar bleiben, und sind doch in der Lage zu bannen, Sog auszuüben auf die, die sie lesen.</p>
<p>Zeilen zwischen den Zeilen sorgen in der Regel dafür, dass sich einem Poesie erschließt, die gar nicht fixiert ist, eventuell auch nie geplant. Darin hat sie etwas mit Musik gemeinsam: durch die Aneinanderreihung von Einzeltönen ergeben sich deren Mischungen, die nicht notiert sind, doch aber hörbar werden.</p>
<p>BANN: Dir, Wort, fahre ich<br />
in die Parade.<br />
Du, Unschuld per se,<br />
löschst mir den Durst.<br />
Gemeinsam heben wir ab,<br />
suchen Gefilde heim,<br />
die Ohren besitzen<br />
wie tausend Empfänger<br />
und mehr &#8211; kann wohl sein.</p>
<p>Manche Zeilen von Sabina Lorenz klingen wie Beschwörungsformeln. Dann sprechen ein Ich und die Welt, die ist auch Gegenwelt und parallel existent, ob die Autorin das will oder nicht. Sie will aber, beschwört herauf, was eigentlich unsagbar zu sein scheint, über ihre Vermittlung nun verständlich wird und zugleich eine neue weitere Metapher.  Da heißt es einmal:  &#8216;Die Tage hüpfen wie Perlen einer zerrissenenen Kette davon.&#8217;  Da ist die Rede von Schwänen, die sich in Tretboote verlieben. Da &#8216;ist es peinlich, überhaupt Nerven zu haben&#8217;. DA GIBT ES &#8216;Dinge, um den Besitz von Dingen nachzuweisen.  &#8211; Dinge, um Dinge zu beseitigen.</p>
<p>Mitunter gibt es Reihungen, Aneinanderreihungen, Ketten gleich, von Notaten, die Motive für andere Gedichte sein könnten, doch eben hier und in dieser Konstellation nur für dies eine zu Lesende gültig und möglich sind. &#8211; Ein Konstrukt eben, das wir Gedicht zu nennen belieben. &#8211; Was anderes aber könnte es sein? Vermöchte es auch anders sein?</p>
<p>Die Art und Weise, wie die Autorin die Welt sieht und empfindet, äußert sich in einem ihren „Tagesrandlagen“ vorangestellten Zitat von Jean Houston: „Ich habe mir“, sagt sie, ich habe mir einen Mythos stets als etwas vorgestellt, das nie da war, sondern sich ständig ereignet.“</p>
<p>Folgerichtig notiert die Autorin: „Menschen können das: einfach nicht mehr da und weg sein.“</p>
<p>Und damit meint sie keineswegs Tote.</p>
<p>Etwa, wenn Berührungen sich Liebender fremd zu scheinen beginnen, und erst dann, in diesem Übergang, Vertrauen entsteht, etwa in dem Feld, da Grenzen nicht mehr fass-, doch aber immer noch spürbar sind, dann träufeln Gedanken ins Hirn, die Impulse freisetzen für den, der Gegenüber und zugleich der Eine, das Eine ist und man selbst, und was man Liebe nennt. Dies zum Klangfeld gleichen Namens der Autorin Sabina Lorenz. &#8211; Man ist verblüfft, was alles und wie es gesammelt und herausgestellt wird.</p>
<p>Im zweiten Gedichtband zitiert sie selbst Alt- oder Mittelhochdeutsch, Zeilen die leben wie heute und heutiges Deutsch, durchflochten von Alltagswelt, U-Bahn-Schacht. Ein Mikrophon vorm Mund. Weitere Ausführungen könnten verbauen, was nun zum Schluss hin noch zur neuesten Produktion der Preisträgerin zu sagen ist.</p>
<p>Das Manuskript des dritten Lyrik-Bandes mit dem Titel „Schichten von Schnee“ ist noch nicht abgeschlossen. Es ist inzwischen ein Roman mit dem Titel „Aufhellungen“ entstanden und im März erschienen.</p>
<p>„Schichten von Schnee“ hat die Jury des Stuttgarter Schriftstellerhauses in Auszügen vorgelegen und zur heute hier in der Stadtbücherei stattfindenden Verleihung des Förderpreises geführt.  Wiederum, wie bei Erscheinen der Vorgängerbände auch, kann man eine Verlagerung der Achse des Lorenzschen Weltsicht konstatieren. Stärker als bislang wird nun Stellung bezogen und auf die ständige Verletzbarkeit des Individuums hingewiesen. Von Ostwindflüchtern ist die Rede oder, sehr aktuell, es wird festgestellt: „Wir brauchen keine Scanner, um uns nackt zu sehen.“ Vieldeutig wird erkannt, dass man ein Geschlecht durchaus beugen kann. Die Assoziationskette reicht hinein in die Tagespolitik, in Situationen, die mit Beugehaft beginnen und mit Erniedrigung und Folter enden.</p>
<p>Dies, geehrte Anwesende, dies sind Wege, die, denkt man sie weiter, mehr über unserer Welt aussagen als viele hoch gelobte, zeitgenössische Lyrik-Publikationen. Aktivitäten sonderbarer Art werden nun sprachlich in unterschiedlichste Materialwelten transponiert; &#8216;Straßen sind zu Schemen gefaltet&#8217;; Pinselhaare werden zusammengeführt zu einem kalligraphischen Schwung&#8217;. Und dann &#8216;taucht ein Schaf auf, das vergessen lässt, dass man schläft&#8217;.  Da kehren sie zurück die Pole Realität und Imagination, zwischen denen die Autorin ihr sprachliches Auskommen findet. Nun, so darf man behaupten, kommt sie gereift an, erreicht Küsten, die sie zwar immer schon streifte, doch deren Grund sie nicht zur Sesshaftigkeit verführen wollte und konnte.</p>
<p>Die Dinge an sich, liebe Preisträgerin, ich möchte darauf zurückgreifen, die Dinge an sich, und seien es Gedichte, interessieren uns sehr.  &#8211; Wir wollen davon hören.</p>
<p>Günter Guben</p>
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		<title>Lesung mit Ralph Dutli</title>
		<link>http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/aktuelles/lesung-mit-ralph-dutli-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 15:24:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Ralph Dutli</p>
Kitsch, Groteske, Nonsens (1)
Ralph Dutli: &#8220;Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters&#8221;
Donnerstag, 10. März 2011, 19.30 Uhr in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais (Max-Bense-Saal)
<p>Den Auftakt unserer dreiteiligen Veranstaltungsreihe Kitsch, Groteske, Nonsens&#8221; bestreitet der Lyriker, Übersetzer und Herausgeber aus Heidelberg Ralph Dutli mit einem Vortrag und einer Lesung über &#8220;Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters&#8221; (Wallstein Verlag, 2010). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_459" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2011/02/DutlicRalph-Opitz-für-stuttgart.de_1.jpg"><img class="size-medium wp-image-459 " title="Dutli(c)Ralph Opitz für stuttgart.de" src="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2011/02/DutlicRalph-Opitz-für-stuttgart.de_1-300x238.jpg" alt="" width="300" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Ralph Dutli</p></div>
<h3>Kitsch, Groteske, Nonsens (1)</h3>
<h2>Ralph Dutli: &#8220;Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters&#8221;</h2>
<h3>Donnerstag, 10. März 2011, 19.30 Uhr in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais (Max-Bense-Saal)</h3>
<p>Den Auftakt unserer dreiteiligen Veranstaltungsreihe Kitsch, Groteske, Nonsens&#8221; bestreitet der Lyriker, Übersetzer und Herausgeber aus Heidelberg Ralph Dutli mit einem Vortrag und einer Lesung über &#8220;Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters&#8221; (Wallstein Verlag, 2010). Die anonymen &#8220;Fatrasien&#8221; aus der nordfranzösischen Stadt Arras sind in einer einzigen Handschrift des 13. Jahrhunderts aufbewahrt worden. Ralph Dutli hat sie nach mehr als siebenhundert Jahren erstmals ins Deutsche übersetzt. Es sind surrealistisch anmutende, erstaunlich modern wirkende absurde Sprachspektakel, eine Wurzel der modernen Poesie.</p>
<h4>Dutli ist mit dieser Buch für den Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Übersetzung, nominiert.</h4>
<p>Eintritt:  € 5,&#8211;/4,&#8211;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lesung mit Vladimir Martinovki</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 15:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vladimir Martinovski zu Gast
in Stuttgart
<p class="wp-caption-text">Vladimir Martinovski</p>
<p>„Journey Across Europe – Remeasuring Cultural Space“ ist ein literarisches EU-Projekt, das vier Länder, repräsentiert durch vier AutorInnen aus vier Städten, miteinander verbindet: Bulgarien (Kristin Dimitrova, Sofia), Deutschland (Sudabeh Mohafez, Stuttgart), Mazedonien (Vladimir Martinovski, Skopje) und Tschechien (Petra Hůlová, Prag). Die vier AutorInnen halten sich jeweils bis zu einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Vladimir Martinovski zu Gast<br />
in Stuttgart</h1>
<div id="attachment_424" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2011/01/Foto-V-Martinovski.jpg"><img class="size-medium wp-image-424" src="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2011/01/Foto-V-Martinovski-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Vladimir Martinovski</p></div>
<p>„Journey Across Europe – Remeasuring Cultural Space“ ist ein literarisches EU-Projekt, das vier Länder, repräsentiert durch vier AutorInnen aus vier Städten, miteinander verbindet: <strong>Bulgarien</strong> <strong>(Kristin Dimitrova, Sofia), Deutschland (Sudabeh Mohafez, Stuttgart), Mazedonien (Vladimir Martinovski, Skopje) und Tschechien (Petra Hůlová, Prag)</strong>. Die vier AutorInnen halten sich jeweils bis zu einem Monat in einer der beteiligten Städte auf und schreiben über ihre Eindrücke. Die entstehenden Texte werden in alle vier Sprachen übersetzt und als Buch herausgegeben. Als ersten Gast beherbergt das Schriftstellerhaus, assoziierter Partner des Projekts, den mazedonischen Schriftsteller Vladimir Martinovski vom 2.-26. Januar 2011. Der Lyriker aus Skopje stellt seine Gedichte  und Kurzprosa vor, die Lesung wird auf mazedonisch und deutsch stattfinden.</p>
<h4>Informationen im Internet unter:<br />
www.acrosseurope.eu</h4>
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		<title>Zum Tod von Peter O. Chotjewitz</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 11:02:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[„Es gibt ein richtiges Leben im Falschen“
<p>Gerade zwei Wochen ist es her, dass Peter O. Chotjewitz und Cordula Güdemann im Stuttgarter Literaturhaus ihr neuestes Buch vorgestellt haben, eine Kooperation zwischen der Malerin und dem Schriftsteller, „49 VIPs“, gemalt und in dreizeiligen „Simultantexten“ beschrieben. Es war ein Abend in freundschaftlicher und dank der Jazzmusiker Patrick Bebelaar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>„Es gibt ein richtiges Leben im Falschen“</h1>
<p>Gerade zwei Wochen ist es her, dass Peter O. Chotjewitz und Cordula Güdemann im Stuttgarter Literaturhaus ihr neuestes Buch vorgestellt haben, eine Kooperation zwischen der Malerin und dem Schriftsteller, „49 VIPs“, gemalt und in dreizeiligen „Simultantexten“ beschrieben. Es war ein Abend in freundschaftlicher und dank der Jazzmusiker Patrick Bebelaar und Frank Kroll fast heiterer Atmosphäre, auch wenn man ahnen konnte, dass es einer der letzten öffentlichen Auftritte sein würde.<br />
„Bitte kommen, bitte kommen“, hatte Chotjewitz dazu per Rundmail eingeladen; er wusste, wie es um ihn stand und die Freunde wussten es auch, spätestens seit der Mitteilung vom September. Darin hatte es geheißen, die Buchmesse sei abgesagt und vier Kisten Nachlass zu Lebzeiten in Marbach abgegeben; ironisch gab der Kranke dazu einen Bericht der überstandenen Therapien und der anstehenden: „Ich bin zuversichtlich, dass es auch diesmal nichts nutzen wird“.So täuschte er uns über den Ernst der Lage hinweg, versuchte ihn noch neulich abends mit angeblichen Schreibplänen, mit Lächelgrübchen zu überspielen.<br />
Peter O. Chotjewitz wird uns und Stuttgart – wo er seit 1995 mit seiner Frau, der Kunstprofessorin Cordula Güdemann und den Töchtern lebte – fehlen, denn er war wie wenige in der Stadt präsent. Man traf ihn im Theater und in der Bohnenviertel-Kneipe, im Literaturhaus, in der Stadtbücherei und im Schriftstellerhaus – und eben nicht nur bei den zahlreichen eigenen Auftritten, sondern als Zuschauer, der sich interessierte und das Gespräch suchte. Ein Herr, sommers im weißen Leinenanzug oder im Dreiteiler, meist mit Hut, in den letzten Jahren in der Hand den Stock mit Silberknauf; er hätte rein äußerlich einem Roman Thomas Manns entlaufen sein können, mit dem ihn sonst wenig verband, war er doch kein Bourgois, sondern ein aufrechter Linker.Geboren wurde Peter O. Chotjewitz 1934 in Berlin, aufgewachsen ist er in Nordhessen, wohin die Familie nach Kriegsende zog. Nach dem Realgymnasium machte er eine Anstreicherlehre und besuchte daneben das Abendgymnasium, um studieren zu können: erst Jura in Frankfurt und München, nach einer Zeit als Referendar am Berliner Kammergericht Publizistik, Geschichte und Philosophie an der FU Berlin. Seine Juristenkarriere wollte er mit dem zweiten Staatsexamen beenden, kurzzeitig nahm er sie als Wahlverteidiger von Andreas Baader und Peter-Paul Zahl wieder auf. Die Ereignisse des „Deutschen Herbstes“ bildeten dann auch den Hintergrund seines ersten Romanerfolgs, „Die Herren des Morgengrauens“, der 1978 bei Rotbuch erschien, nachdem Bertelsmann die Veröffentlichung wegen angeblicher Werbung für kriminelle und terroristische Vereinigungen verweigerte. Die Neuausgabe von 1997 enthält eine spannende Dokumentation der damaligen Zensurgeschichte.<br />
Seit 1965 hat Chotjewitz Bücher publiziert: zuerst kühn-experimentelle, frech-sprachwitzige Prosa, angesiedelt im Berliner Milieu der 68er Jahre: „Hommage à Frantek. Nachrichten für seine Freunde“ und „Die Insel. Erzählungen auf dem Bärenauge“ bei Rowohlt; die Stereotexte „Vom Leben und Lernen“ bei März, die Romanstudien „Tod durch Leere“ bei Oberon; später näherte er sich einem realistischen Stil, nicht ohne immer wieder gern mit anderen literarischen Mitteln zu spielen, das bereitete ihm offensichtlich Spaß und ganz leicht wollte er es seinen Lesern nicht machen – das hat wohl dazu geführt, dass er nie einen wirklichen Bestseller landen konnte. Erfolgreich war der Roman „Das Wespennest“, 1999 erschienen und die deutsche Geschichte thematisierend; eher Diskussions- denn Lesestoff „Mein Freund Klaus“ von 2007, eine Art Biografie über den RAF-Verteidiger Klaus Croissant, die neben dieser schillernden Figur auch die Enge der 1960er Jahre beschreibt, in Stuttgart und anderswo.<br />
Vierzig Werke listet die Bibliografie von Peter O. Chotjewitz, endend mit den „fast letzten Erzählungen“, von denen sein letzter, der Verbrecher Verlag, zwei Bände vorgelegt hat, die verstreut Publiziertes versammeln, denn er hat unentwegt auch für Zeitungen wie den „Freitag“ und Zeitschriften geschrieben. Außerdem übersetzte er aus dem Italienischen, vor allem die Theaterstücke von Dario Fo.Italien und italienische Kulturgeschichte waren für Chotjewitz wichtig, seit er 1967 mit einem Stipendium der Villa Massimo nach Rom gekommen war und dort einige Jahre gelebt hatte; eines seiner schönsten Bücher ist „Rom. Spaziergänge auf der Antike“ (1999), das ambitionierteste und ein wirkliches Lesevergnügen der 2004 erschienene Prachtband „Alles über Leonardo da Vinci“.<br />
Wer einen solchen Titel unbescheiden findet, kannte Chotjewitz nicht: Er war von einem immensem Wissen und breitete das mit Lust, manchmal ausufernd vor den Zuhörern aus. Seine ungeheure Neugier auf die Welt und seine Freude am Weltlichen, am Essen und Trinken, machten ihn liebenswürdig und selbst den Leuten, die einen kritischen Linken skeptisch beäugen, sympathisch.<br />
In den Anmerkungen zu den „49 VIPs“ heißt es: „Es gibt ein richtiges Leben im Falschen“ – da hat Chotjewitz nicht nur en passant Adorno korrigiert, sondern ein Motto formuliert, zu dem der ebendort niedergelegte „Letzte Wille“ passt: „Such nicht nach mir wenn / der Komet seine Bahn zieht / im Schutt der Höhle“.</p>
<h4>Irene Ferchl</h4>
<h4>Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. Dezember 2010 um 14 Uhr auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart-Degerloch statt.</h4>
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		<title>Zum Tod des Mundartdichters   Helmut Pfisterer</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 13:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Lieber Helmut:
&#8220;A saumäßig herzlichs Danggschee&#8221;
Stuttgarter Schriftstellerhaus
<p>„DANKE! – SCHÖ GWÄ – OINAWEG NEMME!“ Die Zeile aus dem Gedicht „A Weile voram Schluss“ aus seinem letzten, 2005 erschienenen Buch, lässt sich als Abschiedsgruß verstehen. So sehr Helmut Pfisterer dem Leben, einem prallen, sinnlichen, fröhlichen Leben zugetan war, wusste er doch um sein Ende; zugleich Vitalität und Lebensfreude [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Lieber Helmut:<br />
&#8220;A saumäßig herzlichs Danggschee&#8221;</h2>
<h3>Stuttgarter Schriftstellerhaus</h3>
<p>„DANKE! – SCHÖ GWÄ – OINAWEG NEMME!“ Die Zeile aus dem Gedicht „A Weile voram Schluss“ aus seinem letzten, 2005 erschienenen Buch, lässt sich als Abschiedsgruß verstehen. So sehr Helmut Pfisterer dem Leben, einem prallen, sinnlichen, fröhlichen Leben zugetan war, wusste er doch um sein Ende; zugleich Vitalität und Lebensfreude zu preisen und das Alter mit seinen Gebresten nicht zu verschweigen, sich zärtlich der Kindheit zu erinnern und ironisch die Grablegung vorzustellen – dies war die große Kunst dieses weisen Philosophen.</p>
<p>Als Mundartdichter längst aus dem Schatten von Sebastian Blau oder Thaddäus Troll herausgetreten, hat er sich in zahlreichen Büchern, Hörspielen und Szenen mit dem Schwäbischen, dessen Dialektik, Subtilität und sprachlichen Doppelbödigkeiten beschäftigt. Ein Genuss waren seine öffentlichen Auftritte, bei denen man schmunzeln oder Tränen lachen konnte, aber auch im privaten Gespräch wurden, nach kurzem oder längerem, gemächlichen Überlegen hervorgebracht, viele Formulierungen zum perfekten Aphorismus.</p>
<p>„Wenn da von Leonberg nach Eltinga kommsch / hosch, wenn da hoimgohsch / Tascha voll / mit laudr neie Wörter / grauziche drbei“: Ein Wortesammler war Helmut Pfisterer wohl schon von Kindesbeinen an, doch zum Dichter wurde er erst später. 1931 in Leonberg geboren, war er zunächst Feinmechaniker und Ingenieur, dann Berufsschullehrer im Iran und Afghanistan, wo er Geschichten sammelte und seine Liebe zur eigenen Mundart, der „Weltsprache Schwäbisch“, entdeckte. Seither schrieb er parallel zu seiner Tätigkeit als Oberstudienrat in Stuttgart, fand sogar die Zeit, sich als Vorsitzender im baden-württembergischen Schriftstellerverband, im Förderkreis und im Schriftstellerhaus für die Belange der Kollegen zu engagieren.</p>
<p>1991 erhielt Helmut Pfisterer den Schubart-Preis der Stadt Aalen, 1994 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2002 die erstmals vergebene Sebastian-Seiler-Medaille des Schwäbischen Albvereins in Würdigung seiner Bücher, die meistens bescheiden als „Festvers“ oder „Brauchvers“ daherkommen, die aber keineswegs Anlassgedichte, sondern köstliche Sprachspielereien oder nachdenkliche, aus Lebenserfahrung gespeiste Texte enthalten, immer changierend zwischen Witz – „En Himmel soll i? En mei Hos will i nei!“ und Weisheit: „Erschd wenn schdirbsch kabiersch s Leba.”</p>
<p>Gestern Morgen ist Helmut Pfisterer im Alter von 79 Jahren in Stuttgart gestorben. <strong>Irene Ferchl</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Die Trauerfeier findet am Freitag, 17. Dezember 2010, um 11.00 Uhr auf dem Waldfriedhof Stuttgart statt.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Thaddäus-Troll-Preis 2010</title>
		<link>http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/aktuelles/thaddaus-troll-preis-2010/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 14:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntag, 14. November, 11.00 Uhr,
Stadtbücherei im Wilhelmspalais,
Mörike-Kabinett:
Verleihung des
Thaddäus-Troll-Preises 2010
anMartin von Arndt
<p class="wp-caption-text">Martin von Arndt</p>
<p>Der Thaddäus-Troll-Preis 2010 wird dem Autor Martin von Arndt (Markgröningen) für seinen Roman &#8220;Der Tod ist ein Postmann mit Hut&#8221; verliehen. Der Roman ist 2009 im Tübinger Verlag Klöpfer &#38; Meyer erschienen. Die Laudiatio hält Jürgen Lodemann. Musik aus und inspiriert von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sonntag, 14. November, 11.00 Uhr,<br />
Stadtbücherei im Wilhelmspalais,<br />
Mörike-Kabinett:</h3>
<h1>Verleihung des<br />
Thaddäus-Troll-Preises 2010<br />
anMartin von Arndt</h1>
<div id="attachment_231" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/01/foto-martin-von-arndt1.jpg"><img class="size-medium wp-image-231" title="foto-martin-von-arndt" src="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/01/foto-martin-von-arndt1-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Martin von Arndt</p></div>
<p>Der Thaddäus-Troll-Preis 2010 wird dem Autor Martin von Arndt (Markgröningen) für seinen Roman &#8220;Der Tod ist ein Postmann mit Hut&#8221; verliehen. Der Roman ist 2009 im Tübinger Verlag Klöpfer &amp; Meyer erschienen. Die Laudiatio hält Jürgen Lodemann. Musik aus und inspiriert von dem Roman mit Rüdiger Frank, Sänger, Schauspieler, Gitarrist und Boris Celikovic, Giterarrist.Der Preis wird vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V. im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg verliehen.<br />
Eintritt: frei</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Verleger und Autor</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Sep 2010 10:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Astrid Braun</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Sabine Dörlemann und
Felicitas Hoppe
<p class="wp-caption-text">Sabine Dörlemann</p>
<p style="text-align: left;">Seit 7 Jahren begeistert der Züricher Verlag Dörlemann unter der Leitung von Sabine Dörlemann mit der Publikation literarischer Schätze. Übersetzungen aus dem Russischen (Iwan Bunin), dem Englischen (Patrick Leigh Fermor, Alice Munro, Martha Gellhorn) sowie dem Norwegischen (Dag Solstad) bestimmen das anspruchsvolle Programm ebenso wie neue deutschsprachige Literatur. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Sabine Dörlemann und<br />
Felicitas Hoppe</strong></h1>
<div id="attachment_359" class="wp-caption alignnone" style="width: 170px"><a href="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/09/doerlemann1.jpg"><img class="size-full wp-image-359" title="doerlemann" src="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/09/doerlemann1.jpg" alt="" width="160" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Sabine Dörlemann</p></div>
<p style="text-align: left;">Seit 7 Jahren begeistert der Züricher Verlag Dörlemann unter der Leitung von Sabine Dörlemann mit der Publikation literarischer Schätze. Übersetzungen aus dem Russischen (Iwan Bunin), dem Englischen (Patrick Leigh Fermor, Alice Munro, Martha Gellhorn) sowie dem Norwegischen (Dag Solstad) bestimmen das anspruchsvolle Programm ebenso wie neue deutschsprachige Literatur. Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Felicitas Hoppe, die im September das Comburg-Stipendium der Stadt Schwäbisch Hall innehat, gehört mit ihrem Buch „Der beste Platz der Welt“ – eine Huldigung an das Wallis – ebenfalls zu den Autoren des Verlags. Verlegerin und Autorin stellen ihre Arbeit vor.</p>
<div id="attachment_360" class="wp-caption alignnone" style="width: 302px"><a href="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/09/hoppe_felicitas2.jpg"><img class="size-medium wp-image-360" title="hoppe_felicitas" src="http://www.stuttgarter-schriftstellerhaus.de/wp-content/uploads/2010/09/hoppe_felicitas2-292x300.jpg" alt="" width="292" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Felicitas Hoppe</p></div>
<p style="text-align: left;">
<h4 style="text-align: left;"><strong>Veranstaltungsort: Galerie InterART, Rosenstraße 37<br />
Wann: 21. September 2010, 19.30 Uhr</strong></h4>
]]></content:encoded>
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