Schreibwerkstatt Prosa
Literarische Prosa-Schreibwerkstatt für Fortgeschrittene
unter Anleitung von Martin von Arndt
im Schriftstellerhaus, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart,
18. und 19. Juni 2010 (Freitag: 16 bis 20 Uhr; Samstag: 12 bis 18 Uhr)
„Ein Künstler soll Freude empfinden über die Schwierigkeiten, die ihm die Mittel seiner Kunst bereiten; andernfalls geht er ihnen aus dem Wege und verfehlt die Möglichkeiten, die sie ihm bieten.“ (Charles Morgan)
Dass es von der ersten Idee für eine Kurzgeschichte oder Erzählung bis zum fertigen literarischen Text ein weiter Weg ist, wissen alle, die schreiben. Was viele nicht wissen ist, was sie auf diesem Weg beachten müssen, welches Werkzeug sie für unterwegs brauchen, um zu einem guten Überarbeiter der eigenen Texte zu werden. Im gemeinsamen Werkstattgespräch wollen wir die konzeptionelle Anlage der vorliegenden Prosatexte untersuchen; wir besprechen Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten in Stil, Sprache, Erzählperspektive und erzählerischer Darbietungsform.
An jedem Text kann circa eine Stunde lang exemplarisch gearbeitet werden. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, erhalten alle Teilnehmenden im Vorfeld die Texte der anderen. Insgesamt können acht Schreibende an der Werkstatt teilnehmen.
Bewerben können sich Schreibende mit Wohnsitz in Baden-Württemberg und mit einem Mindestalter von 16 Jahren. Ausdrücklich richtet sich die Schreibwerkstatt auch an SchülerInnen / StudentInnen.
Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 15.05.2010 (Poststempel) mit dem Stichwort „Schreibwerkstatt Prosa“ an das Schriftstellerhaus Stuttgart, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart
Sie müssen enthalten:
- einen Prosa-Text (Kurzgeschichte, Erzählung, Novelle) oder Textausschnitt, der noch in Arbeit ist und eine Länge von maximal 9000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreitet; es gibt keine Themenvorgabe; bei Textausschnitten bitte noch einige Worte zum weiteren Verlauf der Geschichte anfügen,
- eine maximal halbseitige Kurzbiografie
- eine E-Mail-Adresse für etwaige Benachrichtigungen
Bewerbungen per E-Mail werden nicht in Betracht gezogen.
Die auf Grund der Bewerbungen ausgewählten Teilnehmer erhalten bis 31. Mai 2010 Bescheid.
Die Teilnahme an der Schreibwerkstatt kostet pro Person 40,- Euro, eventuell anfallende Übernachtungs- und Verpflegungskosten müssen selbst getragen werden.
Martin von Arndt
Geboren 1968 als Sohn ungarischer Eltern in Ludwigsburg. Studium der Religionswissenschaft, Germanistik und Psychologie in Saarbrücken, Budapest, Würzburg. Promotion. Lebt als Freier Schriftsteller, Musiker und Dozent in der Erwachsenenbildung derzeit in der Nähe von Stuttgart und in Essen. Stellvertretender Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg, Mitglied im Förderkreis deutscher Schriftsteller. Lyrische Übersetzungen aus dem Französischen (T. Corbière, M. Rollinat), dem Englischen (R. Frost), dem Spanischen (R. Darío) und dem Ungarischen (A. József).
Preise & Stipendien (Auswahl):
- Limburg-Preis Bad Dürkheim, Förderpreis der Zeitung Die Rheinpfalz 2000.
- Stadtschreiber von Rottweil, Förderstipendium des Auswärtigen Amts 2003.
- Arbeitsstipendien des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg 2002, 2004, 2006, 2008.
- Landesliteraturstipendium des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg 2007.
- Teilnahme an den Tagen der deutschsprachigen Literatur / Bachmann-Wettbewerb 2008.
Musik:
Gründungsmitglied der Experimentalmusik-Formation ©Printed At Bismarck’s Death. Seit 1983 über 20 Publikationen auf LP/CD, europaweite Konzerttourneen, Hörspiel- und Filmmusikfür Produktionen des WDR und NDR, Theater- und Tanztheaterperformances im In- und europäischen Ausland.
B i b l i o g r a p h i e
- Gescheiterte Individuation. Sachbuch. Marburg 1996.
- Der 40. Tag vor Sophienlund. Erzählungen. Freiberg/Sachsen 1997.
- Tiefenpsychologische Bibelexegese. Sachbuch. Marburg 1999/2009.
- Lemuren. Arbeiten für das Theater. Aachen 2008 (Zürich 2000).
- Asrael. 53 Beschwörungen eines Engels. Lyrik. Freiberg/Sachsen 2001.
- Der Fußballcrash. Sachbuch. Stuttgart, Ulm 2002.
- Nachtmeerfahrer. Sachbuch. Marburg 2003.
- Geist der schwarzen Tage. Mysterienkrimi. Freiberg/Sachsen 2005 (Mainz 1987).
- Wir vom Jahrgang 1968. Sachbuch. Gudensberg-Gleichen 2006.
- ego shooter. Roman. Tübingen 2007.
- Klassiker der Religionspsychologie. Sachbuch. Aachen 2008.
- Der Tod ist ein Postmann mit Hut. Roman. Tübingen 2009.
- Seit 1986 zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften.
www.vonarndt.de
Schreibwerkstatt Lyrik
Lyrikwerkstatt mit Carmen Kotarski
im Schriftstellerhaus, Kanalstraße 4, 70182 Stuttgart,
10. und 11. Juli 2010 (Samstag, 12 bis 18 Uhr; Sonntag 12 bis 16 Uhr)
Der „Sinn für Sprache, der sich in ihrem Unbekannten verwirklicht“ (Serge Pey) könnte das insgeheime Faszinosum sein. Warum auch schreiben wir Gedichte? So gibt es bis heute, in der medienüberfüllten Zeit, das scheinbar Nutzloseste: das unverzichtbare Gedicht. Kein anderes Genre hat ein derart weites Feld an Möglichkeiten zwischen radikaler Einfachheit und reicher Poetizität. Ist nicht gerade deshalb eine genaue Sensibilität für die Sprache, für unseren entstehenden lyrischen Text so wesentlich?
Aus der lyrischen Praxis kennen wohl viele außer der Lust am Text auch ein gelegentliches Gerangel: Geht es dahin wo „ich“ will, oder sperrt sich das Gedicht, bis Wörter, Zeilen gesetzt sind, auf die man sich im Voraus nicht gefasst machen konnte. Und da gibt es so überlieferte allgemeine Verbote (wie-Vergleich, Genitiv, bitte keine Vögel mehr) haben sie hier, in der besonderen Zeile, einen konkreten Grund? Tolle Bilder, Pointen setzen (die Glanzparaden) oder Bildverzicht, offener Ausgang?
Die künstlerischen Mittel bestimmen sich aus dem entstehenden und weiter gediehenen Text. Doch die Voraussetzung für diese Gestaltungsfreiheit und Formsouveränität liegt in der Kenntnis handwerklicher Techniken und des breiten lyrischen Formenrepertoires.
Die Lyrikwerkstatt gibt uns Raum, gemeinsam auf die Fragen zum Handwerk des Schreibens und zur Poetik einzugehen. Im Mittelpunkt stehen die mitgebrachten Texte, mit denen wir intensiv arbeiten werden – offen dafür, wie das einzelne Gedicht angelegt ist und welche Möglichkeiten sich da zur Weiterarbeit zeigen. Außerdem werden wir einen Blick auf literarische Beispiele aus der gegenwärtigen und überlieferten Lyrik einbeziehen. Dabei können wir auch auf die Position des eigenen Schreibens eine schärfere Sicht gewinnen und daraus unsere poetischen Möglichkeiten erweitern.
Die Zahl der Teilnehmer ist auf sechs Personen begrenzt.
(Wir behalten uns vor, u.U. auf maximal 8 zu erweitern.)
Erforderlich für eine Bewerbung sind 5 unveröffentlichte (oder noch im Entstehen begriffene) Gedichte. Sie müssen in zweifacher Ausfertigung, und zusammen mit einer kurzen bio-bibliographischen Notiz, bis 31.Mai 2010 an das Schriftstellerhaus geschickt werden.
Bewerbungen per E-Mail werden nicht in Betracht gezogen.
Die auf Grund der Bewerbungen ausgewählten Teilnehmer erhalten bis 20. Juni 2010 Bescheid.
Die Teilnahme an der Schreibwerkstatt kostet pro Person 40,- Euro, eventuell anfallende Übernachtungs- und Verpflegungskosten müssen selbst getragen werden.
Stuttgarter Schriftstellerhaus
Astrid Braun
Kanalstraße 4
70182 Stuttgart
Tel. 0711-233554
Carmen Kotarki
Lyrikerin und Autorin essaystischer Prosa, lebt in Stuttgart. Langjährige freie Mitarbeit für das Feuilleton des Süddeutschen Rundfunks. Lehrauftrag für »Sprache des Figurentheaters« an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.
Buchveröffentlichungen: Wolfsgedichte, 1978; Spanisches ABC, Gedichte, 1989; Hans und Maria, Fragment in neun Teilen, Prosa, 1991; ich war eine insgeheime Person. Texträume, 1999. Im Internet: Poemchess, Internationale Renshi-Dichtung, mit Lyrikern aus sieben Ländern, 1997; Sofortlandschaften, Poetischer Dialog, 64 Vierzeiler von Reinhard Döhl und Carmen Kotarski, 1998.
Auszeichnungen: Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, 1985; Thaddäus-Troll-Preis, 1989. Beim Irseer Pegasus 2010 hat Carmen Kotarski den zweiten Preis gewonnen.

