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Zwei

Ich sag’s sofort, dann müssen wir nicht bis zum Ende dieses Posts warten, sondern können schon an dieser Stelle seufzen, Köpfe schütteln, Schultern zucken o.ä. – also: Wie schnell ist es denn bitte November geworden? Und schon der 4., also quasi schon Mitte, also im Prinzip schon Dezember. Dabei wollte ich wirklich mal weg von dieser seltsamen Wahrnehmung von Zeit, weil Zeit ist ja immer, jetzt gerade beispielsweise, jetzt gerade ist Zeit. Und dazu dann das Wetter, das ändert sich ständig – aber es ändert sich auch immer wieder zurück! Ich schwitze viel dieser Tage. Also, in einem Moment werfe ich mir noch den Schal um und denke an meinen Wintermantel, der in Leipzig hängt, um dann im nächsten Moment loszuschwitzen und mich zu fragen, warum meine Jeansjacke eigentlich auch in Leipzig hängt. Und die Cordjacke. Und die andere Übergangsjacke. Ich habe wirklich irrwitzig viele Jacken, aber das ist ein anderes Thema; also, wo war ich, Wetter und rasende Zeit, wow – nehmt das gern mit in den nächsten Mittagspausen-Plausch, geschenkt.

Mein Plan war es eigentlich, diesen Post ganz leser*innenorientiert zu gestalten, also etwa Fragen zu beantworten, von denen ich mir vorstelle, dass ihr, die Leser*innen dieses Blogs, sie euch womöglich stellen könntet. Ich dachte an: Wie ist das wohl, dieses Leben in der Kanalstraße, so zwischen Technoclub, Weinstube und dem Persian Restaurant (uneingeschränkte Empfehlung an dieser Stelle)? Was macht so eine Stipendiatin den ganzen Tag? Gibt es Unternehmungen? Gibt es ein Projekt? Und ob sie sich wohl inspirieren lässt vom ZahnServiceCenter gegenüber – der Blick in die Behandlungsräume soll ja wirklich sehr, nun ja, vorhanden sein?

– Hierzu bloß kurz: Nein. Das ZahnServiceCenter ist bislang kein Quell der Inspiration für mich. Aber ansonsten habe ich mich inzwischen sehr gut einsortiert. Blitzschnell kann ich beispielsweise entscheiden, ob ich lieber durch den U-Bahnhof oder über die gefühlt dreißig Ampeln in Richtung Stadtzentrum laufe. Und alle weiteren Fragen (vielleicht auch solche, die ich mir nicht bloß selbst ausgedacht hab) beantworte ich gern übermorgen, also am Mittwoch, um 19:30 Uhr, hier im Schriftsteller*innenhaus, Kanalstraße 4, kommt doch rum.

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Svenja Gräfenhttps://svenjagraefen.de/
Svenja Gräfen, geboren 1990 in Daun, Rheinland-Pfalz, lebt in Leipzig. 2018 wurde sie zum Klagenfurter Literaturkurs eingeladen und war Alfred-Döblin-Stipendiatin der Akademie der Künste Berlin. 2017 erschien ihr Debütroman DAS RAUSCHEN IN UNSEREN KÖPFEN bei Ullstein fünf. 2019 folgte ihr zweiter Roman FREIRAUM. Ihre Erzählung SCHRITTE MACHEN wurde 2019 in der Anthologie FLEXEN: FLÂNEUSEN* SCHREIBEN STÄDTE (Verbrecher Verlag) veröffentlicht.