Menü

Stipendiat:innen im Jahr 2022: Richard Obermayr, Katharina Kohm und Martin Peichl

Die Auswahl der Stipendiat:innen für das Jahr 2022 wurde bereits im Oktober 2021 getroffen. Aber Corona zwang uns, den Einzug des ersten Hausgastes von Januar auf April zu verschieben. Für die Monate Januar und Februar 2022 hatten wir uns und dem Haus eine kleine Zwangspause aber auch weitere Sanierungsarbeiten verordnet.

Richard Obermayr auf der Buchmesse in Göteborg 2011 © Wikipedia
Richard Obermayr © Wikipedia

Im April 2022 wird der österreichische Autor Richard Obermayr ins oberste Stockwerk einziehen.

Geboren 1970 in Ried i. Innkreis, hat seine Kindheit und Schwanenstadt in Oberösterreich verbracht, lebt heute in Wien und Schwanenstadt.
Obermayr hat nicht gerade häufig und viel publiziert. Von ihm liegen vor: „Der gefälschte Himmel“, Residenz Verlag, Salzburg 1998 und „Das Fenster“, Verlag Jung und Jung, Salzburg 2010.
Nun sind wieder 12 Jahre vergangen und – so schreibt uns der Autor – das nächste Werk nähere sich seiner Vollendung.
Als Obermayr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung erhielt, war in der Preisrede über die Langsamkeit des Autors zu lesen: „Doch hat sich diese Enthaltsamkeit (= der raschen Publikation zu entsagen, Anm. d. Red.) nach Auffassung der Jury, literarisch hoch gelohnt.“

Das Stipendium, das wir dem herausragenden Stilisten zuerkennen, wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg finanziert (April-Juni 2022).

Katharina Kohm © privat
Katharina Kohm © privat

Es folgt ihm die Lyrikerin Katharina Kohm aus München, der wir das Lyrikstipendium des Schriftstellerhauses zugesprochen haben, das aus den Mitteln des Erbes unserer verstorbenen Ehrenvorsitzenden Dr. Ruth Theil finanziert werden kann. Sie wird von Juli-September 2022 im Schriftstellerhaus leben und arbeiten.

Kohm ist Jahrgang 1985, studierte zunächst Biologie, wechselte dann zu Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Heidelberg. Sie schloss das Studium mit einer Arbeit über Paul Celan ab. Sie promoviert zum Thema Sprachmagie im interdisziplinären Bereich zwischen Literaturwissenschaft und Linguistik und gibt Seminare, verfasst wissenschaftliche Aufsätze, Essays und hält Vorträge zu den Themen Gegenwartsliteratur, Ästhetik, Metapherntheorie und Feminismus.
2010 erschien im Llux-Verlag ihr Debütband „Schuppenflügel. Ein Zyklus in Kehrtwenden“, der mit Schillerhaus Mannheim vorgestellt wurde.
2019 erschien ihr zweiter Lyrikband „Phosphor. Ein Übergeben“ im geest-Verlag mit Illustrationen von Ruth Tesmar.
Trotz großer Schwierigkeiten der gesamten Verlagsbranche konnte Katharina Kohm gemeinsam mit dem gutleut-Verlag, Frankfurt, die Veröffentlichung ihres Bandes „In Melanin“ im Herbst 2021 realisieren.

Martin Peichl © Matthias Ledwinka
Martin Peichl © Matthias Ledwinka

Im abschließenden Quartal 2022 (Oktober-Dezember 2022) kommt Martin Peichl aus Wien nach Stuttgart. Es ist purer Zufall, dass sich in diesem und letztem Jahr, mehrere österreichische Autoren bei uns einfinden.

In seinem Gepäck hat er ein Projekt, das an sein abgeschlossenes Buch „Gespenster zählen“ anknüpft, das im September 2021 im Verlag Kremayr & Scheriau erscheinen ist. Dieses Buch ist eine Zusammenarbeit mit dem Fotografen Matthias Ledwinka, die das Thema „Abwesenheit“ in Bild und Text behandelt.

Aus der Serie Herbstporträts © Matthias Ledwinka
Aus der Serie Herbstporträts © Matthias Ledwinka

„Im Zentrum der Texte stehen Verlusterfahrungen, angeschlagene Beziehungen und  ungültig gewordene Besitzverhältnisse, angesiedelt in einer nicht näher definierten Gegend, im Grenzgebiet zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Projekt dokumentiert das Leben mit dem kollektiven Trauma, das wir als Gesellschaft im Zuge von Covid-19 erfahren haben.“

Im genannten Band hat sich Peichl mit der ländlichen Gegend beschäftigt, der Folgeband (Fotos und Texte) soll sich mit dem Lebensraum Stadt auseinandersetzen. Wir sind gespannt, welche Ort/Menschen/Situationen Peichl in Stuttgart aufspürt. Peichl erhält das Stipendium der Stadt Stuttgart.

Der Autor war einige Zeit Lehrer von Deutsch und Englisch, darüber hinaus auch im wissenschaftlichen Bereich an Pädagogischen Hochschulen tätig. Seit 2017 veröffentlicht er literarische Texte in Anthologien und Magazinen.
Sein Debütroman „Wie man Dinge repariert“ erschien 2019 in der Edition Atelier, Wien.
Im September 2020 erschien sein zweites Buch unter dem Titel „In einer komplizierten Beziehung mit Österreich“, Kremayr und Scheriau.

 

Die Auswahl der Stipendiat:innen für das Jahr 2022 wurde bereits im Oktober 2021 getroffen. Aber Corona zwang uns, den Einzug des ersten Hausgastes von Januar auf April zu verschieben. Für die Monate Januar und Februar 2022 hatten wir uns und dem Haus eine kleine Zwangspause aber auch weitere Sanierungsarbeiten verordnet.
Richard Obermayr auf der Buchmesse in Göteborg 2011 © Wikipedia
Richard Obermayr © Wikipedia
Im April 2022 wird der österreichische Autor Richard Obermayr ins oberste Stockwerk einziehen. Geboren 1970 in Ried i. Innkreis, hat seine Kindheit und Schwanenstadt in Oberösterreich verbracht, lebt heute in Wien und Schwanenstadt. Obermayr hat nicht gerade häufig und viel publiziert. Von ihm liegen vor: "Der gefälschte Himmel", Residenz Verlag, Salzburg 1998 und "Das Fenster", Verlag Jung und Jung, Salzburg 2010. Nun sind wieder 12 Jahre vergangen und - so schreibt uns der Autor - das nächste Werk nähere sich seiner Vollendung. Als Obermayr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung erhielt, war in der Preisrede über die Langsamkeit des Autors zu lesen: "Doch hat sich diese Enthaltsamkeit (= der raschen Publikation zu entsagen, Anm. d. Red.) nach Auffassung der Jury, literarisch hoch gelohnt." Das Stipendium, das wir dem herausragenden Stilisten zuerkennen, wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg finanziert (April-Juni 2022).
Katharina Kohm © privat
Katharina Kohm © privat
Es folgt ihm die Lyrikerin Katharina Kohm aus München, der wir das Lyrikstipendium des Schriftstellerhauses zugesprochen haben, das aus den Mitteln des Erbes unserer verstorbenen Ehrenvorsitzenden Dr. Ruth Theil finanziert werden kann. Sie wird von Juli-September 2022 im Schriftstellerhaus leben und arbeiten. Kohm ist Jahrgang 1985, studierte zunächst Biologie, wechselte dann zu Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Heidelberg. Sie schloss das Studium mit einer Arbeit über Paul Celan ab. Sie promoviert zum Thema Sprachmagie im interdisziplinären Bereich zwischen Literaturwissenschaft und Linguistik und gibt Seminare, verfasst wissenschaftliche Aufsätze, Essays und hält Vorträge zu den Themen Gegenwartsliteratur, Ästhetik, Metapherntheorie und Feminismus. 2010 erschien im Llux-Verlag ihr Debütband "Schuppenflügel. Ein Zyklus in Kehrtwenden", der mit Schillerhaus Mannheim vorgestellt wurde. 2019 erschien ihr zweiter Lyrikband "Phosphor. Ein Übergeben" im geest-Verlag mit Illustrationen von Ruth Tesmar. Trotz großer Schwierigkeiten der gesamten Verlagsbranche konnte Katharina Kohm gemeinsam mit dem gutleut-Verlag, Frankfurt, die Veröffentlichung ihres Bandes "In Melanin" im Herbst 2021 realisieren.
Martin Peichl © Matthias Ledwinka
Martin Peichl © Matthias Ledwinka
Im abschließenden Quartal 2022 (Oktober-Dezember 2022) kommt Martin Peichl aus Wien nach Stuttgart. Es ist purer Zufall, dass sich in diesem und letztem Jahr, mehrere österreichische Autoren bei uns einfinden. In seinem Gepäck hat er ein Projekt, das an sein abgeschlossenes Buch "Gespenster zählen" anknüpft, das im September 2021 im Verlag Kremayr & Scheriau erscheinen ist. Dieses Buch ist eine Zusammenarbeit mit dem Fotografen Matthias Ledwinka, die das Thema "Abwesenheit" in Bild und Text behandelt.
Aus der Serie Herbstporträts © Matthias Ledwinka
Aus der Serie Herbstporträts © Matthias Ledwinka
"Im Zentrum der Texte stehen Verlusterfahrungen, angeschlagene Beziehungen und  ungültig gewordene Besitzverhältnisse, angesiedelt in einer nicht näher definierten Gegend, im Grenzgebiet zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Projekt dokumentiert das Leben mit dem kollektiven Trauma, das wir als Gesellschaft im Zuge von Covid-19 erfahren haben." Im genannten Band hat sich Peichl mit der ländlichen Gegend beschäftigt, der Folgeband (Fotos und Texte) soll sich mit dem Lebensraum Stadt auseinandersetzen. Wir sind gespannt, welche Ort/Menschen/Situationen Peichl in Stuttgart aufspürt. Peichl erhält das Stipendium der Stadt Stuttgart. Der Autor war einige Zeit Lehrer von Deutsch und Englisch, darüber hinaus auch im wissenschaftlichen Bereich an Pädagogischen Hochschulen tätig. Seit 2017 veröffentlicht er literarische Texte in Anthologien und Magazinen. Sein Debütroman "Wie man Dinge repariert" erschien 2019 in der Edition Atelier, Wien. Im September 2020 erschien sein zweites Buch unter dem Titel "In einer komplizierten Beziehung mit Österreich", Kremayr und Scheriau.