Kanalstraße 4 - Das Stipendiatenblog des Stuttgarter Schriftstellerhauses

Ach du Kanalstraße vier, was tät ich ohne dir!

— Armin Ayren

Schrittzähler, Schnittfehler, Bittsteller …

Schrittzähler, Schnittfehler, Bittsteller ...

Platanen-Schnitt auf der Königstraße © Kathrin Schmidt

Au weia, der Herren- oder Vatertag liegt schon eine gute Woche zurück, und ich wollte doch … Doch der virtuelle Blogblock lag wohl unter realem Papierkram, wer weiß. Jedenfalls 30.5., Herrentag.
Ich vermeide es an diesem Tag für gewöhnlich, von Berlin-Mahlsdorf aus ins Brandenburger Umland zu fahren. Die Wahrscheinlichkeit, von radelnden Altherrenhorden, geschmückten, mannhaltigen Pferdefuhrwerken oder Bubis auf Bierwanderung aufgehalten zu werden, ist mir zu groß. Nicht so offenbar in Stuttgart: Ich dröselte wieder einmal mit der Bahn quer durch die Stadt, bis aufs Land, und das hielt sich bedeckt. Sicher, hier und da kleine, maskuline Aufläufchen, aber kein Grölen, kein Anmachen. Bravo, Jungs!
Zufrieden fuhr ich zurück zum Hauptbahnhof, denn meine täglich verordnete Schrittbilanz wies noch ein Defizit auf, das ich auf dem Weg zu Fuß zum Charlottenplatz ausgleichen wollte. Der Weg durch die Königstraße hatte eine Überraschung parat. Ich hatte die stark gestutzten Platanen für nicht mehr lebendig gehalten. Seit April vermisste ich Blätter, während die nicht gestutzten dieser Bäume, zum Beispiel auf dem Schlossplatz, heftig austrieben. Der Mann meiner Freundin hatte vor einigen Jahren eine Blutbuche so stark entlaubt und gelichtet, dass sie unweigerlich eingegangen war. Ich vermutete einen Schnittfehler der städtischen Baumfriseure … Aber nichts da: Erste Blattlämmchen zeigten sich! Zwar leuchtet mir noch immer nicht ein, was der Zweck der Radikalbeschneidung sein könnte, aber die Freude war groß.

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Schluss mit der Schweigsamkeit!

Es ist gar nicht so schlecht, eine Weile nicht zu bloggen. Ich konnte mich besser auf Stuttgart einstellen ohne den Gedanken daran, etwas aufschreiben zu wollen … Jedenfalls fühle ich mich nun schon fast heimisch hier und weiß, wo ich am besten einkaufe und wo die besten Ideen kommen, wie der Schreibtisch stehen muss und dass ich tatsächlich bei offenem Fenster schlafen kann. Ich bin offenbar im Schlaf eine Ignorantin: Der Lärm der nächtlichen Bäckerei dringt nicht zu mir durch. Herrlich! Weiterlesen »

Zerschlafenes Fundstück

Nach Tagen durchwachsenen Wetters scheint in Stuttgart heute wieder die Sonne. Danke! Aber wem gebührt dieser Dank? Das weiß ich noch immer nicht, dabei bin ich doch schon so alt geworden … Weiterlesen »

Zeitzonencrash

Warum nur war der 2. April ein Tag, an dem ich mir einen handfesten Aprilscherz zuzog? Ich zweifelte erst fast zuletzt an mir, denn ganz zuletzt war es die Technik, die den Zweifel abbekam. Will das überhaupt jemand wissen?
Nun habe ich angefangen … Ich muss es einfach erzählen.

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Bisch guad akomma?

Aba klaa, jut anjekomm … Es ist zwar kein Aprilscherz, dass mein Koffergriff entzwei ging am Berliner Hauptbahnhof, als ich das schwere Ding in den Zug hieven wollte, aber alles lief gut.  Stuttgart hat sich mit Ranunkeln auf meine Ankunft vorbereitet. Ranunkeln sind meine Lieblingsblumen. An den Verkaufsständen hier stehen sie in allen Farben und Größen. Wunderbar. Vorm Breuninger-Kaufhaus dann mal gleich noch zwei Beete, in denen Ranunkeln die anderen Pflanzen eindeutig dominieren. Noch wunderbarer. Wenn ich an die Wiedergeburt glaubte, würde ich mir eine als Asiatischer Hahnenfuß wünschen. So heißt die Ranunkel nämlich auch. Sie hat ein kurzes Leben, während dessen sie aber sehr gut aussieht. Weiterlesen »