Am 9. März ging unser neues Lesekreisformat in die zweite Runde: Bei „L’Arpentage“ wird ein Text in gleichmäßige Sektionen geteilt. Anschließend liest jede:r Teilnehmende eben nur einen dieser Teile. Das Werk vervollständigt sich dann in der Diskussion.
Im Gegensatz zum Text der ersten Sitzung wurde an diesem Montag ein Theaterstück mit einer zusammenhängenden Handlung gelesen: „Pygmalion“ von Bernard Shaw. Das kleine Reclamheftchen wurde in acht Teile zerrissen und an alle Teilnehmenden verteilt. In der folgenden Lesephase wurden fleißig die Textmarker und Stifte benutzt, Gedanken notiert und versucht, Passagen zu interpretieren. Es ergab sich teilweise erst in der Diskussion, in welcher Beziehung bestimmte Figuren stehen, oder wie Situationen entstanden sind. Aber: auch wenn einem beim Lesen der Kontext fehlte, so konnte jede Person doch einiges aus ihrem Teil schließen.
Oder wie unsere Moderatorin Lily Abichahine es ausdrückte: „L’Arpenatge“ ist ein blind reading, ein Lesen mit blinden Flecken und Lücken. Das gemeinsame Auffüllen dieser Lücken entstand dann in einer anregenden und spannenden Diskussion über die Figuren, die Handlung, den Schreibstil und Humor, und auch dem antiken Mythos des titelgebenden Pygmalions.
Weiter geht es voraussichtlich im Sommer, alle Details folgen noch. Wir freuen uns aber jetzt schon auf die nächste Sitzung dieses besonderen Buchclubs!
Text und Bilder: Nadia Durakovic







