Ich kam aus Namibia und fand im „Häusle“ ein zweites Zuhause.

— Giselher Hoffmann, Stipendiat 2004
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Adele.

Kennt ihr das, wenn der Koffer schon zu ist und man dann noch den Bücherstapel am Nachtschrank liegen sieht? Ich kann ja Bücher nirgendwo lassen und schon gar nicht nachschicken. Ich brauche sie immer alle bei mir. Tja, also reise ich halt jetzt mit drei Taschen und nerve die anderen Fahrgäste. Meinen Abschiedsblog schreibe ich verkatert im Zug. Ich finde, ich mache da ganz richtig so. Ich habe mal geschrieben, dass ich schon ein wenig verliebt bin in Stuttgart. Ich möchte das gerne berichtigen. Ich bin ganz verliebt in Stuttgart. Und so aus einer Stipendienstadt zu gehen ist zwar schwer, aber auch unglaublich schön. Mich hat in den letzten Tagen noch so viel Tschüslepost erreicht und – (oh, nein, jetzt heul ich gleich im Zug, Contenance Frau Poetin) – und ich trage so viele Dinge in meiner Feder, Kopf und Herz mit zurück. Vom Schriftstellerhaus & mir kommt noch eine kleine (ok, eigentlich große) Überraschung. Noch ein wenig Aprilgeduld, ihr werdet es nicht übersehen. Auf bald (versprochen). Eure K.

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Das nahende Ende unserer kleinen Wohngemeinschaft

Liebe Kanalstraßenfangemeinde,

als ich hier ankam, habe ich zur Einstimmung die Blogs meiner Vorgängerinnen gelesen. Alle haben sie gegen Ende hin gejammert. Was und wen sie nicht vermissen würden. Ich weiß noch, wie ich dachte: ich werd mich doch nicht so anheulen. Drei Monate sind ja nur ein Bruchteilleben. Tja. Und nun renne ich seit einer Woche durch die Stadt, um noch mal alle meine gewordenen Wege zu begehen. Ich verschreibe die Vormittage und verplaudere die Nachmittage. Ich probiere immer noch neue Bars aus und bestelle extra Käpsele, nur damit ich das Wort nochmal sagen kann. Ich bin genauso ein Weichling, wie alle vor mir. Eingesülzt. Entsetzlich. Zur Aufheiterung habe ich mir eine Stuttgarter Schaffenschronik erstellt. Ein bissle auch, um mir selbst zu beweisen, dass ich nicht nur im ersten Monat voll fleißig war. Ich habe genug Gedichte für einen kompletten Band geschaffen (exklusive neu herumschwirrende Themenblöcke), eine Handvoll Prosatexte, Kurzgeschichten, nicht zu vergessen die ganzen versandten Gedanken & Briefe und Begegnungsnotizen. Selten habe ich an so einer Textflut parallel gearbeitet und war so rundum zufrieden. Wer mich hier behalten will, darf mich auch gerne wieder einladen. Ich komme bestimmt. Die Netze sind gespannt. Jetzt habt ihr noch eine Kolumne Zeit, dann dürft ihr euch kurz anheulen und schnell wieder freuen über eine neue Hausgeistin. Äh, Gästin. Bis dahin, fröhlichen Frühlingsgbeginn aus der Kanalstraße!

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Wo sind die Dichterinnen?

Die letzten Stipendienwochen sind nicht nur von einer Zeitschwundkrankheit befallen. Nein, dazu kommt auch noch, dass alle plötzlich ihre Stuttgart-Tippliste verdreifachen. Wenn ich alles machen möchte, was mir vorgeschlagen wurde, bräuchte ich bitte noch drei Monate Stipendium, von denen ich ein Monat schreibe und zwei 24/7 unterwegs bin. Kurz. Ich hab schon Abreisepanik. Ich läster daheim nicht mal mehr über den Feinstaub. Wäscht eh der Regen weg, denke ich. Die Stadt sehe ich tagsüber kaum noch, laufe immer nur nachts durch die Gegend und tagsüber haue ich in die Laptoptasten, als kuckten mir alle Dichter in der Wohnung gesammelt über die Schulter. Wenn ich an dieser Stelle mal einen Stipendiatenwohnungsumgestaltungsvorschlag machen dürfte. Ich stelle mir schon seit Beginn die Frage: Wo sind die Dichterinnen? Ich kann als lokale Poetinnen nur jene aufzählen, die ich mir im literarischen Stadtführer begegnet sind. Bitte, erleuchtet mich.

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nur einmal (brezel) fliegenpilz zum frühstück

Liebe (treue) Blogleserinnen und Leser. Ich möchte mich heute einfach einmal bedanken. Immer wieder höre ich, dass mein regelmäßiges Berichten über mein Stuttgarterleben mit Neugier und Freude verfolgt wird. Für mich ist es Reflexion, Chronik, Grundlage für poetische Texte und ein sanfter Druck immer wieder nach außen zu gehen. Mehr kann ich gerade nicht sagen, weil ich bin viel zu aufgeregt & aufgedreht: Mein Gedichtband ist da! Mehr dazu hier. Und ab Montag auch im Buchladen eures Vertrauens, den ihr hoffentlich noch habt. Ansonsten – macht euch schleunigst auf die Suche. Bei Amazon gekaufte Bücher signiere ich nicht. Wunschlos. (Noch) eure Poetin.

ferner fliegenpilze

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EntSCHeidungsschwierigkeiten

In meinem Kopf ein ganzes B-logbuch. Seitdem ich in meinem Herzensstädtle war, hat Stuttgart den Kampf aufgenommen, meine Lieblingshügelstadt zu werden. Sie frühlingt mich hin- und her und bewegt mich zu Sprachspieleinheiten, die mich zu einem Wochenbericht in sch- bewogen haben. Ich hab extra ein bisschen Wien eingebaut, damit ihr auch Mal was von mir lernt:

schreiben, schwimmen, schnurren, schludern, schwätzen, schorlen, schachern, scherzen, schönreden. schaustellen, schlunzen, schlemmern, schlampern, schnurlen, schlingen, schäkern, schimmern, schwärmen, schaffen, schleppern, schlummern, schunkeln, schmaddern, schlazen, schlafen, schlingeln,  schlotzen, schützen, schlängeln, schwindeln, schleimen, schmusen, schimpfen, schlichten, schnarchen,  schustern, schlurfen, schnecken, schlendern, schlecken, schlawinern, schicksein. schäumen, schlüpfen, schnackseln, schneuzen, schasen, schrammeln, schauen, scheppern, schrumpfen, schröpfen, schimmeln, schrecken, schluckauf, schachmatt.