Ich kam aus Namibia und fand im „Häusle“ ein zweites Zuhause.

— Giselher Hoffmann, Stipendiat 2004

Jaroslav Rudiš

Jaroslav Rudis

Jaroslav Rudis

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Stuttgarter Schriftstellerhauses vergeben wir in den Monaten September-November ein Jubiläumsstipendium an den tschechischen Autor Jaroslav Rudiš aus Brünn. Es wird dankenswerterweise finanziert vom Lions-Club Stuttgart Literaturhaus.

Rudiš wurde 1972 in Turnov in der Tschechoslowakei geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Journalistik in Liberec, Prag, Zürich und Berlin.

Für seinen ersten Roman „Der Himmel unter Berlin“, Labyrint Verlag Prag (auf Deutsch bei Rowohlt Berlin, 2004) erhielt er den renommierten Jiri-Orten-Preis, die Geschichte aus der Berliner Unterwelt wurde aus als Hörspiel im WDR gesendet. Zusammen mit dem Zeichner Jaromír 99 schuf er die erfolgreiche und bereits verfilmte Comic-Trilogie „Alois Nebel“, Labyrint Verlag Prag (auf Deutsch bei Voland & Quist, 2012). Die Hauptfigur ist der einsame Eisenbahner eines kleinen Bahnhofs im tschechischen Grenzgebiet, der alte Fahrpläne den Menschen vorzieht, von der bewegten Geschichte des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa eingeholt wird und dem Wahnsinn verfällt.

Die Geister der Vergangenheit tauchen häufiger in Rudiš’ Werken auf, so unter anderem in den Romanen „Grandhotel“, Labyrint Verlag Prag, auf Deutsch bei Luchterhand, 2008), der in Liberec, einer Grenzstadt zwischen Tschechien und Deutschland spielt, sowie in „Vom Ende des Punks in Helsinki“, Labyrint Verlag Prag (auf Deutsch bei Luchterhand, geplant 2013), einem Roman, der sich mit der Punkszene in der CSSR und der DDR befasst.

Der Autor hat außerdem den Roman „Die Stille in Prag“, Labyrint Verlag Prag (auf Deutsch bei Luchterhand, 2012) geschrieben und ist Autor und Co-Autor tschechischer und deutscher Hörspiele, Theaterstücke und Kinodrehbücher. Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Von Oktober 2012 bis März 2013 hat er die Siegfried-Unseld-Professur, gestiftet vom Suhrkamp Verlag und dem DAAD, an der Slawistik-Abteilung der Wilhelm-Humboldt-Universität Berlin inne. Vom 7.3.-25.5.2012 gab es im Literaturhaus Stuttgart eine Ausstellung von Jaroslav Rudiš und Jaromir 99 zu „Alois Nebel – Leben nach Fahrplan“. Jaroslav Rudiš schreibt auf Tschechisch und Deutsch und lebt als freier Autor zwischen Tschechien und Deutschland.

1 Kommentar zu Jaroslav Rudiš