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Buchtipp von Astrid Braun: „Von Blumenmalern und Rosentauchern“

Das Cover dieses Bandes „Von Blumenmalern und Rosentauchern“ ziert eine geschlossene Iris. Auf der übernächsten Seite des Büchleins entfaltet sie ihre volle Pracht, siehe Foto oben.

Neben den Fotografien von Franz-Josef Kretz stehen jeweils die Gedichte von der Autorin und Vorstandskollegin Susanne Stephan. „Vom Schönen und Schweren“ haben die beiden den Band überschrieben. Das bringt auch jetzt die Sache auf den Punkt, Sie wissen schon, die Sache mit dem Virus. Nur, wo ist das Schöne, fragen Sie? Ja, da braucht man man anderes als für die Pflanzen Bodenlüfter und Sternfräse, da brauchen wir Impfdosen und Werkzeug in Form von Spritzen.

Solange die aber nicht ausreichend zur Verfügung stehen, nehmen wir das Schöne in Form von Fotografien und Gedichten, so wie in dem Band des Fotografen Franz-Josef Kretz, der über so viele Jahre Facharzt für Anästhesiologie am Olgahospital, Klinikum Stuttgart, gewesen ist, und der Schriftstellerin Susanne Stephan. Beide leben in Botnang und haben sich für diesen schönen Band zusammengefunden, der im Neuen Kunstverlag im August 2020 erschienen ist. Eine Kooperation gab es schon einmal im Jahr 2013 für den Band „Drei Zeilen. Haiku / Fotografien“. 

Die Fotos im neuen Band führen durch die Jahreszeiten. Zu dem eisumkränzten Pflanzenstück (Foto im Frühling aufgenommen) hat Stephan geschrieben: „Januarblüte / In der Kopfnote Frost. / In der Herznote angetautes Gras, / feuchtes Holz. / In der Basis / bin ich nur halb.“

Man könnte darüber philosophieren, warum ausgerechnet ein Arzt, der für Betäubung zuständig ist, um Schmerz auszuschalten und erlösenden Schlaf zu garantieren, sich der feinsten und präzise ausgeloteten Fotografie verschrieben hat. Diese Frage dürfte leicht zu beantworten sein. Bewusstsein ist alles, auch weil es um die Wahrnehmung der filigranen Umgebung geht und um die Worte, diese zu benennen.

„Von Blumenmalern und Rosentauchern“. Gedichte von Susanne Stephan, Fotografien von Franz-Josef Kretz. Neuer Kunstverlag, 2. Auflage 2020, Waiblingen, 17,90 Euro

Das Cover dieses Bandes "Von Blumenmalern und Rosentauchern" ziert eine geschlossene Iris. Auf der übernächsten Seite des Büchleins entfaltet sie ihre volle Pracht, siehe Foto oben. Neben den Fotografien von Franz-Josef Kretz stehen jeweils die Gedichte von der Autorin und Vorstandskollegin Susanne Stephan. "Vom Schönen und Schweren" haben die beiden den Band überschrieben. Das bringt auch jetzt die Sache auf den Punkt, Sie wissen schon, die Sache mit dem Virus. Nur, wo ist das Schöne, fragen Sie? Ja, da braucht man man anderes als für die Pflanzen Bodenlüfter und Sternfräse, da brauchen wir Impfdosen und Werkzeug in Form von Spritzen. Solange die aber nicht ausreichend zur Verfügung stehen, nehmen wir das Schöne in Form von Fotografien und Gedichten, so wie in dem Band des Fotografen Franz-Josef Kretz, der über so viele Jahre Facharzt für Anästhesiologie am Olgahospital, Klinikum Stuttgart, gewesen ist, und der Schriftstellerin Susanne Stephan. Beide leben in Botnang und haben sich für diesen schönen Band zusammengefunden, der im Neuen Kunstverlag im August 2020 erschienen ist. Eine Kooperation gab es schon einmal im Jahr 2013 für den Band "Drei Zeilen. Haiku / Fotografien".  Die Fotos im neuen Band führen durch die Jahreszeiten. Zu dem eisumkränzten Pflanzenstück (Foto im Frühling aufgenommen) hat Stephan geschrieben: "Januarblüte / In der Kopfnote Frost. / In der Herznote angetautes Gras, / feuchtes Holz. / In der Basis / bin ich nur halb." Man könnte darüber philosophieren, warum ausgerechnet ein Arzt, der für Betäubung zuständig ist, um Schmerz auszuschalten und erlösenden Schlaf zu garantieren, sich der feinsten und präzise ausgeloteten Fotografie verschrieben hat. Diese Frage dürfte leicht zu beantworten sein. Bewusstsein ist alles, auch weil es um die Wahrnehmung der filigranen Umgebung geht und um die Worte, diese zu benennen. "Von Blumenmalern und Rosentauchern". Gedichte von Susanne Stephan, Fotografien von Franz-Josef Kretz. Neuer Kunstverlag, 2. Auflage 2020, Waiblingen, 17,90 Euro