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Zum Jahresende 2021 schreibt Moritz Heger

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses,

manches ging 2021 in unserem kleinen Haus nicht, jedenfalls nicht wie früher. Lesungen, bei denen wir die mehr als zwanzig Stühle gänzlich vom Stapel lassen, darauf werden wir auch 2022 noch warten müssen.

Wie schon im Vorjahr haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Dabei ist uns vor Augen getreten, was die Herzstücke unserer Kulturarbeit sind.

Da wären erstens die Aufenthaltsstipendien zu nennen. Ein absolut coronakompatibles Format. 2021 hatten wir drei ganz unterschiedliche Stipendiaten: die berühmte Olga Martynova – bei uns als Lyrikerin – , der Schweizer Romanautor Urs Mannhart und bis vor Kurzem der aufstrebende Junglyriker Raoul Eisele aus Wien. Astrid Braun macht es immer neu möglich, dass Stipendien bei uns viel mehr sind als Geld und eine Wohnmöglichkeit. Unsere Stipendiaten bekommen gewissermaßen Familienanschluss – und jede und jeder dankt es in seiner Art.

Unser zweites Herzstück: zielgruppengerechte Werkstätten unter professioneller Leitung. Diese Formate konnten 2021 oft in Präsenz stattfinden, wie man heute so schön sagt. Aber auch Zoom wurde genutzt, ausfallen musste nichts. Das Junge Schriftstellerhaus schloss sein zweites Jahr erfolgreich mit einer noch deutlich gewachsenen Anthologie und einer Gruppenlesung ab, Titel diesmal „Ticket“. Das dritte Jahr läuft. 2022 müssen wir uns über die Verstetigung dieses Formats Gedanken machen.

Erfreulich auch, dass die Romanwerkstatt in Moritz Hildts Händen gedeiht und eine kleine Schwester in Form der Romansprechstunde bekommen hat. Auch dieses Format gilt es 2022 weiterzuentwickeln. Weitere Formate – sei es zum autobiografischen Schreiben, sei es zu Lyrik – diskutieren und planen wir im Vorstand.

Herzstück, die dritte: Das Feld des Digitalen als zweites Standbein des Hauses, befördert durch die Krise, aber gekommen, um zu bleiben. Gerade bauen wir ein kaum genutztes Gästezimmer im zweiten Stock zum Studio um, damit unsere – „Neustart Kultur“ sei Dank und unseren unermüdlichen Ideengeber:innen und Bürokratieexpert:innen… – moderne Technik nicht immer herumgeschleppt und auf- und abgebaut werden muss. Unser Podcast „Aus dem Häuschen“ mit Astrid Braun und Wolfgang Tischer kann sich wirklich hören lassen. Das Live-Streamen von Lesungen hat gut begonnen und wird fortgesetzt. Das Digitale bietet uns die Möglichkeit, Menschen von weiter weg sowohl einzubeziehen als auch zu erreichen, was für unsere aufs Land Baden-Württemberg gerichteten Aktivitäten Gold wert ist.

Das Schadeste in diesen Zeiten – die falsche Grammatik sei mir verziehen – ist für uns, dass persönliche Begegnungen in der Mitgliederschaft, mit Freundinnen und Freunden so erschwert und rar geworden sind. Wir freuen uns, wenn unser ‚Stammtisch‘ Jour fixe endlich wieder normal laufen kann mit, sagen wir, acht bis zehn Leuten.

Ach ja, „Stuttgart liest ein Buch“: Momentan peilen wir einen Termin ‚nach Corona‘ an, den Frühsommer 2023. Mal gucken.

Größere personelle Veränderungen stehen uns ins Schriftstellerhaus: 2022 wird das letzte vollständige Jahr unter der Geschäftsführung von Astrid Braun. Seit 2005 prägt sie in ihrer einmaligen Art unsere Arbeit. Astrid wird Angela (Merkel) in Sachen Amtszeit noch übertreffen. Wir machen uns auf die Nachfolger:innensuche und entwickeln dafür ein Leitbild.

Mein großer Dank gilt zunächst Astrid, dann aber auch meinem Kollegen als Vorsitzenden, Wolfgang Tischer, dem ganzen Vorstand – Susanne Stephan, Gudrun Vogel, Michael Seehoff und Moritz Hildt – und unserer Social-Media-Kraft Susanne Martin. Darüber hinaus danke ich herzlich unseren Kooperationspartnern und Förderern. Die Vorstandsarbeit macht Spaß, weil es bei uns lebendig zugeht und alle das Wohl des Hauses im Blick haben. Das Stuttgarter Schriftstellerhaus ist ein innovativer Ort, wo es wirklich um Literatur geht, ums Schreiben und Diskutieren und Besser-Schreiben. Auch in der Juryarbeit haben wir nicht eherne Maßstäbe, sondern ringen um sie. Sehr gerne habe ich das Ehrenamt des 1. Vorsitzenden nochmal für vier Jahre übernommen, bis 2025. Ich danke euch und Ihnen allen für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Glück auf, liebe Autorinnen und Autoren! Irgendwann haben wir das griechische Alphabet wieder für uns und das deutsche und andere noch dazu. Ich wünsche allseits schöpferische Kraft.

Mit den besten Glück- und Segenswünschen!
Moritz Heger
Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e. V.

 

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses, manches ging 2021 in unserem kleinen Haus nicht, jedenfalls nicht wie früher. Lesungen, bei denen wir die mehr als zwanzig Stühle gänzlich vom Stapel lassen, darauf werden wir auch 2022 noch warten müssen. Wie schon im Vorjahr haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Dabei ist uns vor Augen getreten, was die Herzstücke unserer Kulturarbeit sind. Da wären erstens die Aufenthaltsstipendien zu nennen. Ein absolut coronakompatibles Format. 2021 hatten wir drei ganz unterschiedliche Stipendiaten: die berühmte Olga Martynova – bei uns als Lyrikerin – , der Schweizer Romanautor Urs Mannhart und bis vor Kurzem der aufstrebende Junglyriker Raoul Eisele aus Wien. Astrid Braun macht es immer neu möglich, dass Stipendien bei uns viel mehr sind als Geld und eine Wohnmöglichkeit. Unsere Stipendiaten bekommen gewissermaßen Familienanschluss – und jede und jeder dankt es in seiner Art. Unser zweites Herzstück: zielgruppengerechte Werkstätten unter professioneller Leitung. Diese Formate konnten 2021 oft in Präsenz stattfinden, wie man heute so schön sagt. Aber auch Zoom wurde genutzt, ausfallen musste nichts. Das Junge Schriftstellerhaus schloss sein zweites Jahr erfolgreich mit einer noch deutlich gewachsenen Anthologie und einer Gruppenlesung ab, Titel diesmal „Ticket“. Das dritte Jahr läuft. 2022 müssen wir uns über die Verstetigung dieses Formats Gedanken machen. Erfreulich auch, dass die Romanwerkstatt in Moritz Hildts Händen gedeiht und eine kleine Schwester in Form der Romansprechstunde bekommen hat. Auch dieses Format gilt es 2022 weiterzuentwickeln. Weitere Formate – sei es zum autobiografischen Schreiben, sei es zu Lyrik – diskutieren und planen wir im Vorstand. Herzstück, die dritte: Das Feld des Digitalen als zweites Standbein des Hauses, befördert durch die Krise, aber gekommen, um zu bleiben. Gerade bauen wir ein kaum genutztes Gästezimmer im zweiten Stock zum Studio um, damit unsere – „Neustart Kultur“ sei Dank und unseren unermüdlichen Ideengeber:innen und Bürokratieexpert:innen… – moderne Technik nicht immer herumgeschleppt und auf- und abgebaut werden muss. Unser Podcast „Aus dem Häuschen“ mit Astrid Braun und Wolfgang Tischer kann sich wirklich hören lassen. Das Live-Streamen von Lesungen hat gut begonnen und wird fortgesetzt. Das Digitale bietet uns die Möglichkeit, Menschen von weiter weg sowohl einzubeziehen als auch zu erreichen, was für unsere aufs Land Baden-Württemberg gerichteten Aktivitäten Gold wert ist. Das Schadeste in diesen Zeiten – die falsche Grammatik sei mir verziehen – ist für uns, dass persönliche Begegnungen in der Mitgliederschaft, mit Freundinnen und Freunden so erschwert und rar geworden sind. Wir freuen uns, wenn unser ‚Stammtisch‘ Jour fixe endlich wieder normal laufen kann mit, sagen wir, acht bis zehn Leuten. Ach ja, „Stuttgart liest ein Buch“: Momentan peilen wir einen Termin ‚nach Corona‘ an, den Frühsommer 2023. Mal gucken. Größere personelle Veränderungen stehen uns ins Schriftstellerhaus: 2022 wird das letzte vollständige Jahr unter der Geschäftsführung von Astrid Braun. Seit 2005 prägt sie in ihrer einmaligen Art unsere Arbeit. Astrid wird Angela (Merkel) in Sachen Amtszeit noch übertreffen. Wir machen uns auf die Nachfolger:innensuche und entwickeln dafür ein Leitbild. Mein großer Dank gilt zunächst Astrid, dann aber auch meinem Kollegen als Vorsitzenden, Wolfgang Tischer, dem ganzen Vorstand – Susanne Stephan, Gudrun Vogel, Michael Seehoff und Moritz Hildt – und unserer Social-Media-Kraft Susanne Martin. Darüber hinaus danke ich herzlich unseren Kooperationspartnern und Förderern. Die Vorstandsarbeit macht Spaß, weil es bei uns lebendig zugeht und alle das Wohl des Hauses im Blick haben. Das Stuttgarter Schriftstellerhaus ist ein innovativer Ort, wo es wirklich um Literatur geht, ums Schreiben und Diskutieren und Besser-Schreiben. Auch in der Juryarbeit haben wir nicht eherne Maßstäbe, sondern ringen um sie. Sehr gerne habe ich das Ehrenamt des 1. Vorsitzenden nochmal für vier Jahre übernommen, bis 2025. Ich danke euch und Ihnen allen für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Glück auf, liebe Autorinnen und Autoren! Irgendwann haben wir das griechische Alphabet wieder für uns und das deutsche und andere noch dazu. Ich wünsche allseits schöpferische Kraft. Mit den besten Glück- und Segenswünschen! Moritz Heger Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e. V.