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Buchtipp von Astrid Braun: “Der Husar auf dem Dach” von Jean Giono

An diesen wunderbaren Roman hat Sibylle Knauss, die erfolgreiche Autorin aus Remseck erinnert.

Das hat uns fast einen Schrecken eingejagt, denn wie konnten wir diesen Roman vergessen! Dabei steht das abgegriffene Taschenbuch der französischen Ausgabe seit 1980, erworben in Aix-en-Provence, im Regal. Gute 20 Jahre später folgte eine Art erneute Wallfahrt in den Süden Frankreichs, auch nach Manosque, den Geburtsort von Jean Giono (1895-1970).

Wichtig waren 2000 der Besuch in Lourmarin (Lubéron) zum Grab von Albert Camus sowie ein Abstecher in das bezaubernde Dörfchen Cucuron, dem Drehort des gleichnamigen Kinofilms “Der Husar auf dem Dach” mit Juliette Binoche und  Oliver Martinez aus dem Jahr 1995.

Erzählt hat Giono eine Geschichte in Zeiten einer Cholera-Epidemie im Jahr 1832. Einmal abgesehen von der Liebesgeschichte zwischen der weiblichen Hauptfigur Madame de Théus und dem italienischen Sodaten Colonel Angelo Pardi, entwickelt Giono virtuos ein Tableau des Schreckens, er beschreibt das Höllenbild einer aus den Fugen geratenen Welt. Die Cholera, einer verborgen wirkenden Naturgewalt gleich, attackiert scheinbar wahllos Dorf für Dorf, Stadt für Stadt, sie fordert ihren Tribut.

Allerdings sind die Naturbeschreibungen von Giono ebenfalls grandios. Trotz des düsteren Inhalts zeigt Giono die Provence von ihrer schönsten Seite. Er selbst hat seinen Geburtsort nie verlassen. Die Landschaftsbeschreibungen und eine besonders im Film elektrisierende Liebesgeschichte bezaubern jeweils auf ihre Weise LeserInnen und ZuschauerInnen.

Und ja, tatsächlich wurden einige Szenen im Film auf den Dächern von Cucuron gedreht. Bei den César-Auszeichnungen 1996 erhielt der Film den Preis in den Kategorien Kamera und Ton.

Jean Giono: “Le hussard sur le toit”, “Der Husar auf dem Dach”. Aus dem Französischen von Thomas Dobberkau, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1989; 544 S., später als dtv Taschenbuch, 1996, nur noch antiquarisch zu erhalten.
Der gleichnamige Kinofilm, Regie: Jean-Paul Rappeneau, ist als DVD und blue-ray im Handel.

An diesen wunderbaren Roman hat Sibylle Knauss, die erfolgreiche Autorin aus Remseck erinnert.

Das hat uns fast einen Schrecken eingejagt, denn wie konnten wir diesen Roman vergessen! Dabei steht das abgegriffene Taschenbuch der französischen Ausgabe seit 1980, erworben in Aix-en-Provence, im Regal. Gute 20 Jahre später folgte eine Art erneute Wallfahrt in den Süden Frankreichs, auch nach Manosque, den Geburtsort von Jean Giono (1895-1970).

Wichtig waren 2000 der Besuch in Lourmarin (Lubéron) zum Grab von Albert Camus sowie ein Abstecher in das bezaubernde Dörfchen Cucuron, dem Drehort des gleichnamigen Kinofilms “Der Husar auf dem Dach” mit Juliette Binoche und  Oliver Martinez aus dem Jahr 1995.

Erzählt hat Giono eine Geschichte in Zeiten einer Cholera-Epidemie im Jahr 1832. Einmal abgesehen von der Liebesgeschichte zwischen der weiblichen Hauptfigur Madame de Théus und dem italienischen Sodaten Colonel Angelo Pardi, entwickelt Giono virtuos ein Tableau des Schreckens, er beschreibt das Höllenbild einer aus den Fugen geratenen Welt. Die Cholera, einer verborgen wirkenden Naturgewalt gleich, attackiert scheinbar wahllos Dorf für Dorf, Stadt für Stadt, sie fordert ihren Tribut.

Allerdings sind die Naturbeschreibungen von Giono ebenfalls grandios. Trotz des düsteren Inhalts zeigt Giono die Provence von ihrer schönsten Seite. Er selbst hat seinen Geburtsort nie verlassen. Die Landschaftsbeschreibungen und eine besonders im Film elektrisierende Liebesgeschichte bezaubern jeweils auf ihre Weise LeserInnen und ZuschauerInnen.

Und ja, tatsächlich wurden einige Szenen im Film auf den Dächern von Cucuron gedreht. Bei den César-Auszeichnungen 1996 erhielt der Film den Preis in den Kategorien Kamera und Ton.

Jean Giono: “Le hussard sur le toit”, “Der Husar auf dem Dach”. Aus dem Französischen von Thomas Dobberkau, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1989; 544 S., später als dtv Taschenbuch, 1996, nur noch antiquarisch zu erhalten.
Der gleichnamige Kinofilm, Regie: Jean-Paul Rappeneau, ist als DVD und blue-ray im Handel.