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Buchtipp von Moritz Hildt: “Jung und Alt” von Hermann Lenz

Ein kleines, zartes Spätwerk des Stuttgarter Schriftstellers, der die Stadt und die Landschaft im und um den Kessel herum wie kaum ein anderer mit literarischem Leben zu füllen versteht. So geschieht’s auch in dieser Geschichte, die abwechselnd aus der Perspektive des sechzigjährigen Malers Robert Roß und einer guten Bekannten von ihm, der deutlich jüngeren Lore erzählt wird.

Robert befindet sich in einem Lebensabschnitt, in dem er sein Werk als Maler vor allem im Rückblick betrachtet. Lore versucht, zwischen ihren Wünschen, Verlustängsten und den gefühlten Verpflichtungen gegenüber ihrem straffälligen Sohn ihr eigenes Glück zu finden. Die beiden waren nie ein Paar, hätten es aber, so sehen es beide, immer werden können. Die ganz eigene Freundschaft, die so durch die Jahre hindurch zwischen ihnen entstanden ist, bildet den roten Faden der Erzählung, in der es, auf behutsame und allerbeiläufigste Weise, um so ziemlich alles geht, was wichtig ist im Leben.

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