Ach du Kanalstraße vier, was tät ich ohne dir!

— Armin Ayren

Hot-Spot der Lyrik

 

Wo gibt es das in Stuttgart, dass Literatur so einlässlich und klug diskutiert wird? Und zwar an der Quelle, im Entstehungsprozess. Das Stuttgarter Schriftstellerhaus ist der Ort dafür – der Verein versammelt Expertinnen und Experten des Schreibens.

Wie fruchtbar seine Treffen sein können, zeigte sich wieder am 6. Juni, als der Lyriker Wolfgang Haenle im Forum der Autoren neue Gedichte vorstellte. In familiärer Atmosphäre wägt die Runde auch einzelne Worte, diskutiert Formfragen (Wozu passt ein Prosagedicht, wozu ein klassisches?), geht auf Reisen in atmosphärische Welten – zu virtuellen Models im Netz und zu den angeketteten Hunden Kretas.

Kein Schnell-Schnell, kein Drüberweg, wie es das in unserer Zeit nur zu oft gibt, auch im Umgang mit Literatur.
Das Schriftstellerhaus, dieses schmale, alte Bauwerk in der Kanalstraße 4 mitten in der City, hat sich zum Hot Spot der Lyrik gemausert. Das Fassadengedicht Katharina Ferners zeigt es ebenso wie unser aktueller Gast, die hochdekorierte Autorin Kathrin Schmidt. Beide Gewinnerinnen unseres 2019 neu geschaffenen, gut dotierten Stuttgarter Lyrikstipendiums. MH
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