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Jahresbrief 2020 von Moritz Heger

Moritz Heger (Foto: Astrid Braun)

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses,

das erste Coronajahr hat Teile unseres Betriebs zwangsläufig weitgehend zum Erliegen gebracht. In unserem kleinen Haus waren öffentliche Lesungen gar nicht mehr und Gruppentreffen nur sehr eingeschränkt möglich. Lebendige Begegnungen waren seltener, geschahen vorsichtiger. Das totale Verbot von Kulturveranstaltungen im Lockdown trifft uns schmerzlich, da es auch die Termine bei und mit Kooperationspartnern betrifft.

So weit das Negative. Aber wir haben als Kultureinrichtung auch in diesem Jahr einiges auf die Beine gestellt. Ich möchte Schlaglichter setzen:

Glück hatten wir mit der Coronakompatibilität unseres großen Projekts im ersten Dreivierteljahr, der Anthologie zum 250. Geburtstag Hölderlins mit dem Titel „An die Schwäne“. Es ist ein sehr schönes, liebevoll gestaltetes Buch geworden, in dem wir Texte von 51 Beiträgerinnen und Beiträgern versammeln und das wir im September im Lechler-Saal des Hospitalhofs vorstellen konnten. Unser großer Dank gilt Monika Renninger und dem Hospitalhof für die gute Kooperation, die uns Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen ermöglicht.

Ebenfalls Glück – oder einen guten Jury-Riecher – hatten wir mit unseren Stipendiaten: Die Romanautorin Angela Lehner und der Lyriker Yevgeniy Breyger, zwei aufregende Stimmen der jungen Generation, waren drei Monate zu Gast. Dazuhin haben wir als Coronahilfe spontan im Sommer ein einmonatiges „Endspurt“-Stipendium ausgeschrieben, das die Jugendbuchautorin Stepha Quitterer erhielt.

Das Junge Schriftstellerhaus tagte, wenn es sein musste, per Videokonferenz, hier fiel keine einzige Veranstaltung aus. Der erste Jahrgang schloss mit der Anthologie „Taumel zwanzigzwanzig“ und einer Gruppenlesung, in der die zehn Jungautorinnen ihr Talent bewiesen. Das zweite Jahr läuft, wiederum unter Leitung von Moritz Hildt und mir.

Seit Jahren denken wir im Vorstand darüber nach, wie wir ein zielgruppengerechtes Angebot an hochwertigen Werkstätten machen können. Das trägt allmählich Früchte. Zum Jungen Schriftstellerhaus ist im Herbst die Romanwerkstatt hinzugekommen. Moritz Hildt hat sie, die früher von Peter Renz geleitet wurde, mit neuem Konzept belebt.

Sie steht Interessenten offen. Für Lyrikerinnen und Lyriker sind wir gerade dabei, ein innovatives Format mit einem namhaften Leiter zu etablieren – Näheres wird noch nicht verraten, seid neugierig.

Astrid Braun, unsere Geschäftsführerin, hat auf die Coronaumstände unverdrossen mit vielfältigen Aktivitäten reagiert. Der Newsletter kam häufiger und vermehrt um Erfahrungsberichte und Buchtipps. Das jüngste Projekt ist der Podcast „Aus dem Häuschen“, den Astrid mit Wolfgang Tischer, unserem 2. Vorsitzenden und Betreiber von literaturcafe.de, voll Elan ins Werk setzt. Hören Sie doch einfach mal rein – in der aktuellen Folge stellen die beiden Yevgeniy Breyger vor, nachdem seine Präsenzlesung leider entfallen musste. Abonnieren Sie unseren Newsletter und folgen Sie unserem Podcast „Aus dem Häuschen“ auf Spotify, Apple Podcasts und anderen gängigen Plattformen.

Ihr seht, Sie sehen, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Literatur, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, auch gefördert in einem Jahr, wo manche Lesung wegbrach. So werden wir weitermachen. Wir hoffen, dass schon bald wieder Veranstaltungen, ob bei uns, im Hospitalhof oder anderenorts, möglich sind. Sobald es geht, möchten wir den Jour fixe, unser geselliges Treffen, und das Forum, unsere Werkstattlesungsreihe, wieder stattfinden lassen.

„Stuttgart liest ein Buch“ haben wir in weiser Voraussicht früh verschoben auf Herbst 2022. Da scheint ein solches vielfältiges Großprojekt wieder machbar.

Den Reigen der Stipendiatinnen und Stipendiaten eröffnet 2021 im Februar die berühmte Olga Martynova – bei uns ist sie nicht als Prosaautorin, sondern als Trägerin des Stuttgarter Lyrikstipendiums. Ihr folgen Urs Mannhart und Raoul Eisele. Wir sind zuversichtlich, euch unsere Gäste dann wieder real vorstellen zu können.

Ich möchte all denen ganz herzlich danken, die auch in einem schwierigen Jahr eine sehr gute Arbeit fürs Schriftstellerhaus gemacht haben, allen voran der unermüdlichen, ideenreichen Astrid Braun, aber auch Susanne Martin und meinen verlässlichen, engagierten Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand.

Ich freue mich, wenn wir uns im neuen Jahr wiedersehen (können). Seien wir umsichtig, gelassen, optimistisch, geduldig. Meldet euch, wenn ihr was habt, zum Beispiel fürs Forum – wir sind gespannt. Möge euer Schreiben nicht versiegen, sondern immer wieder Impulse erhalten aus Welt, Zeit und Herz.

Mit den besten Glück- und Segenswünschen!
Moritz Heger
Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e. V.

 

Moritz Heger (Foto: Astrid Braun)

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses,

das erste Coronajahr hat Teile unseres Betriebs zwangsläufig weitgehend zum Erliegen gebracht. In unserem kleinen Haus waren öffentliche Lesungen gar nicht mehr und Gruppentreffen nur sehr eingeschränkt möglich. Lebendige Begegnungen waren seltener, geschahen vorsichtiger. Das totale Verbot von Kulturveranstaltungen im Lockdown trifft uns schmerzlich, da es auch die Termine bei und mit Kooperationspartnern betrifft.

So weit das Negative. Aber wir haben als Kultureinrichtung auch in diesem Jahr einiges auf die Beine gestellt. Ich möchte Schlaglichter setzen:

Glück hatten wir mit der Coronakompatibilität unseres großen Projekts im ersten Dreivierteljahr, der Anthologie zum 250. Geburtstag Hölderlins mit dem Titel „An die Schwäne“. Es ist ein sehr schönes, liebevoll gestaltetes Buch geworden, in dem wir Texte von 51 Beiträgerinnen und Beiträgern versammeln und das wir im September im Lechler-Saal des Hospitalhofs vorstellen konnten. Unser großer Dank gilt Monika Renninger und dem Hospitalhof für die gute Kooperation, die uns Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen ermöglicht.

Ebenfalls Glück – oder einen guten Jury-Riecher – hatten wir mit unseren Stipendiaten: Die Romanautorin Angela Lehner und der Lyriker Yevgeniy Breyger, zwei aufregende Stimmen der jungen Generation, waren drei Monate zu Gast. Dazuhin haben wir als Coronahilfe spontan im Sommer ein einmonatiges „Endspurt“-Stipendium ausgeschrieben, das die Jugendbuchautorin Stepha Quitterer erhielt.

Das Junge Schriftstellerhaus tagte, wenn es sein musste, per Videokonferenz, hier fiel keine einzige Veranstaltung aus. Der erste Jahrgang schloss mit der Anthologie „Taumel zwanzigzwanzig“ und einer Gruppenlesung, in der die zehn Jungautorinnen ihr Talent bewiesen. Das zweite Jahr läuft, wiederum unter Leitung von Moritz Hildt und mir.

Seit Jahren denken wir im Vorstand darüber nach, wie wir ein zielgruppengerechtes Angebot an hochwertigen Werkstätten machen können. Das trägt allmählich Früchte. Zum Jungen Schriftstellerhaus ist im Herbst die Romanwerkstatt hinzugekommen. Moritz Hildt hat sie, die früher von Peter Renz geleitet wurde, mit neuem Konzept belebt.

Sie steht Interessenten offen. Für Lyrikerinnen und Lyriker sind wir gerade dabei, ein innovatives Format mit einem namhaften Leiter zu etablieren – Näheres wird noch nicht verraten, seid neugierig.

Astrid Braun, unsere Geschäftsführerin, hat auf die Coronaumstände unverdrossen mit vielfältigen Aktivitäten reagiert. Der Newsletter kam häufiger und vermehrt um Erfahrungsberichte und Buchtipps. Das jüngste Projekt ist der Podcast „Aus dem Häuschen“, den Astrid mit Wolfgang Tischer, unserem 2. Vorsitzenden und Betreiber von literaturcafe.de, voll Elan ins Werk setzt. Hören Sie doch einfach mal rein – in der aktuellen Folge stellen die beiden Yevgeniy Breyger vor, nachdem seine Präsenzlesung leider entfallen musste. Abonnieren Sie unseren Newsletter und folgen Sie unserem Podcast „Aus dem Häuschen“ auf Spotify, Apple Podcasts und anderen gängigen Plattformen.

Ihr seht, Sie sehen, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Literatur, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, auch gefördert in einem Jahr, wo manche Lesung wegbrach. So werden wir weitermachen. Wir hoffen, dass schon bald wieder Veranstaltungen, ob bei uns, im Hospitalhof oder anderenorts, möglich sind. Sobald es geht, möchten wir den Jour fixe, unser geselliges Treffen, und das Forum, unsere Werkstattlesungsreihe, wieder stattfinden lassen.

„Stuttgart liest ein Buch“ haben wir in weiser Voraussicht früh verschoben auf Herbst 2022. Da scheint ein solches vielfältiges Großprojekt wieder machbar.

Den Reigen der Stipendiatinnen und Stipendiaten eröffnet 2021 im Februar die berühmte Olga Martynova – bei uns ist sie nicht als Prosaautorin, sondern als Trägerin des Stuttgarter Lyrikstipendiums. Ihr folgen Urs Mannhart und Raoul Eisele. Wir sind zuversichtlich, euch unsere Gäste dann wieder real vorstellen zu können.

Ich möchte all denen ganz herzlich danken, die auch in einem schwierigen Jahr eine sehr gute Arbeit fürs Schriftstellerhaus gemacht haben, allen voran der unermüdlichen, ideenreichen Astrid Braun, aber auch Susanne Martin und meinen verlässlichen, engagierten Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand.

Ich freue mich, wenn wir uns im neuen Jahr wiedersehen (können). Seien wir umsichtig, gelassen, optimistisch, geduldig. Meldet euch, wenn ihr was habt, zum Beispiel fürs Forum – wir sind gespannt. Möge euer Schreiben nicht versiegen, sondern immer wieder Impulse erhalten aus Welt, Zeit und Herz.

Mit den besten Glück- und Segenswünschen!
Moritz Heger
Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e. V.